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Teresa Enke übergibt Förderpreis

Dr. Frank Helmig, Levke Spinger, Teresa-Enke. (Foto: Stiftung)
Dr. Frank Helmig, Levke Spinger, Teresa-Enke. (Foto: Stiftung)

Teresa Enke übergibt Auszeichnung an Flensburger Handball-Akademie anlässlich des 11. Todestages von Robert Enke.

Der zum zweiten Mal verliehene „Förderpreis Seelische Gesundheit im Nachwuchsleistungssport“ der Robert-Enke-Stiftung geht an die Handball-Akademie Flensburg. Die Akademie entwickelte ein Konzept zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt im Vereinssport, welches interdisziplinär mit Sportpsychiatern, Sport-Psychologen und Pädagogen fachlich aufgebaut ist. Der Preis ist mit 10.000 EUR dotiert.

Zu den weiteren Preisträger zählen das Gymnasium am Rotenbühl

– einer Eliteschule des Sports – und die Turngemeinschaft Mannheim von 1975 e.V. Das Gymnasium freut sich über eine Förderung von 5.000 EUR, die Turngemeinschaft erhält 2.500 EUR.

Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, sagte: „Unsere drei Preisträger beweisen gut, wie klug und differenziert die deutsche Sportlandschaft das Thema der seelischen Gesundheit mittlerweile aufgreift. Daran erkennen wir, wie viel sich in den letzten elf Jahren getan hat.“

Die Flensburger Handball-Akademie

entwickelte in Zusammenarbeit mit der DIAKO Flensburg ein beeindruckendes Gesamtkonzept zum Kinder- und Jugendschutz, um Vorfälle wie sexualisierte Gewalt im Sport präventiv zu begegnen.

Besonders imponierte die Jury und dem Vorstand der Stiftung, als dass die Akademie aus einem entsprechenden Vorfall in der Vergangenheit konsequente Schlüsse gezogen und ein Konzept entwickelt hat, um derartige Fälle zu verhindern. Mit dem Preisgeld soll nunmehr das Konzept auf den Gesamtverein mit mehr als 5.000 Mitgliedern ausgeweitet werden.

Die Sport-Psychologin Spinger

unterstrich, wie wichtig Prävention bei ihrer Tätigkeit und dem Projekt sei. »Natürlich ist es schön, mit Dr. Helmig jemanden zu haben, der im Notfall eingreifen kann, genauso wollen wir präventiv vorgehen. Dabei geht es um Alltagssituationen. Wie sprechen wir uns gegenseitig an, wie gehen wir miteinander um? An diesen Punkten sind wir Vorbilder für die jungen Sportler, denen wir einen ganzheitlichen Ansatz bieten wollen. Wenn sie als Jugendliche von zu Hause weggehen, um im Sport Leistung zu bringen, dann muss es für sie in allen Bereich passen.«

Das Projekt umfasst pädagogische, sportpsychologische und sportpsychiatrische Betreuungsangebote in der Flensburg-Akademie und die Verknüpfung mit der psychiatrischen Sprechstunde für Leistungssportler bei Dr. Helmig. In Zukunft soll es auf weitere Sportarten innerhalb des TSB ausgeweitet werden.

Das Gymnasium am Rotenbühl,

das in 12 Klassen insgesamt von 215 Leistungsportlern/Innen besucht wird, etablierte umgehend im April ein zweckorientiertes „Psychologisches Krisenmanagement in der Covid-19-Pandemie“, um die Schülerinnen und Schüler in Bezug auf die andauernde Stressbelastung,

Unkontrollierbarkeit der Situation, Einsamkeit und Isolation, „Physical/Social Distancing“, potenziell gefährliche Wohnsituation (Internat) und der verwirrenden Informationslage zu begleiten. Dabei wurden zum Beispiel Online-Sprechstunden mit dem Sportpsychologen/Therapeuten, Webinare zur Stressbelastung, Informationsschreiben/Flyer oder Workshop-Reihen zu Mentaler Stärke angeboten bzw. durchgeführt. Ein Konzept, welches aktueller denn je ist, und nach Meinung der Stiftung von anderen Institutionen adaptiert werden kann.

Die Turngemeinschaft Mannheim

ergänzt die Reihe dahingehend gut, als dass der Verein mit einer frühzeitigen sportpsychologischen Intervention im Kinder- und Jugendalter sowohl bei den Athleten/Innen selbst als auch bei den Trainerinnen/Trainer beginnt. Insbesondere Kunstturnen zeige eine Vulnerabilität für psychische Erkrankungen (Essstörungen). Zudem sind Trainingsumfänge und -ansprüche an die Athletinnen immens.

Der Förderpreis der Robert-Enke-Stiftung zeichnet Projekte, Maßnahmen und Konzepte von Nachwuchsleistungszentren (NLZ) im Fußball, Olympiastützpunkten (OSP), Sportinternaten oder -vereinen aus, die sich im Hinblick auf die Prävention, Diagnostik oder Behandlungsstruktur für eine nachhaltige Auseinandersetzung mit der seelischen Gesundheit von ihren Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportlern eingesetzt haben.

„Diese drei Preisträger zeigen in einem jeweils finanziell herausfordernden Umfeld wichtige Subthemen zum Erhalt der psychischen Gesundheit transportieren bzw. weisen sie wie im Falle der Handball Akademie darüber hinaus ein psychiatrisches/psychotherapeutisches Netzwerk auf. Ich beglückwünsche alle Preisträger für diese wertvolle Arbeit“, so Teresa Enke.

Im Vorfeld des 11. Todestages von Robert Enke

wird die Stiftung in einem Videobeitrag auf den Sozialen Medien den Preisträger ausführlich vorstellen.

Über die Vergabe des Preises entschied der Vorstand der Robert-Enke-Stiftung auf Grundlage der Empfehlung einer interdisziplinär besetzen Prüfungskommission. Dieser gehörten Prof. Dr. Petra Garlipp (Referat Sportpsychiatrie/-psychotherapie der DGPPN), Frauke Wilhelm (Sportpsychologin DFB U-Nationalmannschaft) und Markus Miller (Torwarttrainer Karlsruher SC) an. Die Prüfungskommission hat sich ehrenamtlich für den Förderpreis engagiert.

Die Preisträger im Jahr 2019 waren der OSP Berlin, die TSG 1899 Hoffenheim und das Sportinternat Knechsteden.

Über die Robert-Enke-Stiftung:

Die gemeinnützige Stiftung unterstützt Projekte, Maßnahmen und Einrichtungen, die über Herzkrankheiten von Kindern sowie Depressionskrankheiten aufklären und deren Erforschung oder Behandlung dienen. Initiatoren sind der Deutsche Fußball-Bund e.V. (DFB), der DFL e.V. und die Hannover 96 GmbH & Co. KG.

Autorin: Teresa Enke, web: robert-enke-stiftung.de

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Markus Schneider
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