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Sportvereine stabiler Anker der Gesellschaft

LSB bei SPORTregio.de
  • 1.402.625 Mitglieder in 6.034 Vereinen
  • Anstieg der Mitgliederzahlen in drei von sieben Altersgruppen
  • Fußball beliebteste Sportart vor Turnen, Tennis und Leichtathletik

Mehr als ein Drittel aller Rheinland-Pfälzer gehört Sportvereinen an, die im Landessportbund organisierten sind. Genau 1.402.625 Mitgliedschaften meldeten die 6.034 Mitgliedsvereine ihrem Dachverband. Trotz eines Rückgangs um 0,69 Prozent bzw. 9.807 Vereinsmitgliedschaften im Vergleich zum Vorjahr bleibt der Sport in Rheinland-Pfalz eine zentrale Größe in der Gesellschaft – mit einer starken Basis an Vereinen.

In der aktuellen Bestandserhebung des LSB sind alle Vereinsmitgliedschaften zum Stichtag 1. Januar 2019 erfasst. Die Zahl der Sportvereine im Land ging um 52 Vereine zurück. 6.034 Vereine bedeuten den niedrigsten Wert seit dem Jahr 1996. Der Organisationsgrad, also der Anteil der Rheinland-Pfälzer, die einem Sportverein angehören, ist gegenüber dem Vorjahr minimal gestiegen von 34,82 Prozent auf jetzt 34,85 Prozent– und liegt damit deutlich über dem bundesweiten Organisationsgrad. „Die Mitgliedschaft in Sportvereinen ist nach wie vor sehr attraktiv“, freut sich der kommissarische LSB-Präsident Jochen Borchert. „Der Vereinssport verbindet die meisten Rheinland-Pfälzer und ist ein stabiler Anker des sozialen Zusammenhalts im Land.“

Sport für Ältere weiterhin gefragt

Der Trend, dass der Sport für Ältere an Bedeutung gewinnt, hält an. Allerdings ist die Gruppe der über 60-Jährigen von den sieben Altersgruppen nicht mehr diejenige mit dem größten Mitgliederzuwachs. 285.248 Mitglieder und damit fast 5.000 Mitglieder mehr als in der Vorjahresstatistik zählt der LSB in dieser Altersklasse (+1,68 Prozent). Laut Borchert spielt in einer älter werden Gesellschaft Bewegung und gemeinsames Sporttreiben für immer mehr Menschen eine zentrale Rolle. Dies schlage sich in vielen Vereinsangeboten nieder und spiegele sich auch in den Mitgliederzahlen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge – die so genannten Babyboomer – in absehbarer Zeit ebenfalls in diese Altersklasse rutschen, ist hier ein weiteres Plus zu erwarten. Die Vereine tun daher gut daran, ihre Angebote entsprechend zu modifizieren. Wobei die 60-Jährigen heutzutage signifikant agiler sind als noch vor 30, 40 Jahren. Auch ihre Eigenwahrnehmung hat sich gewandelt – eine Ansprache als „Senioren“ ist für die „jungen Älteren“ sicher nicht ratsam.

Größter Zuwachs bei den ganz Kleinen

Nachdem die Altersgruppe der Kinder bis sechs Jahre von 2016 auf 2017 den mit Abstand größten Zuwachs (8.377 Mitglieder) zu verbuchen hatte und zuletzt ein Mitgliederschwund von 3,63 Prozent (2.805 Jungen und Mädchen) registriert worden war, gab es 2018 einen Zuwachs von 2,11 Prozent auf 75.986 Mitglieder. Einen Anstieg der Zahlen weist die Statistik auch wieder bei den 27- bis 40-Jährigen aus (2.014 Mitglieder/+1,00 Prozent).

Schwund bei Schülern hält an

Wahr ist aber auch: Bei den Schülern zwischen 15 und 18 Jahren hat sich der Abwärtstrend, der im Jahr 2013 eingesetzt hat, weiter fortgesetzt. Der Schwund gegenüber dem Vorjahr betrug 4,24 Prozent – in absoluten Zahlen 4.338. Rückläufig sind die Zahlen auch bei den Schülern zwischen 7 und 14 Jahren – minus 1,31 Prozent bzw. 3.008 Mitgliedschaften – bei den jungen Erwachsenen zwischen 19 und 26 Jahren – minus 2,09 Prozent bzw. 2.967 Mitglieder – sowie bei der mit Abstand größten Altersgruppe der 41- bis 60-Jährigen – minus 2,04 Prozent bzw. 7.768 Mitgliedern.

Frauen weiter stark vertreten

Der Anteil von Frauen in Sportvereinen bleibt stabil. Insgesamt 561.679 Frauen sind im rheinland-pfälzischen Sport organisiert. Waren 1995 noch 35 Prozent der Vereinsmitglieder weiblich, sind es inzwischen gut 40 Prozent.

„Wertschätzung für Vereinsangebote“

„Zuwächse bei Älteren und Frauen, insgesamt stabile Mitgliedszahlen in einer herausfordernden gesellschaftlichen Situation – welcher andere Organisationsverbund kann Vergleichbares aufweisen?“, fragt LSB-Präsident Borchert rhetorisch. „In keinem anderen Bereich engagieren sich in Rheinland-Pfalz mehr als 100.000 Menschen monatlich rund 1,3 Millionen Stunden ehrenamtlich.“ Allerdings sei dies nicht selbstverständlich, sondern basiere trotz immer größerer Bürokratiehürden insbesondere auf der Wertschätzung für regelmäßigen Vereinsangebote und ihre Macher.

„König Fußball“ vor Turnen und Tennis

Bei den beliebtesten Sportarten nimmt „König Fußball“ unverändert mit riesigem Vorsprung die Spitzenposition ein. Die beiden rheinland-pfälzischen Fußballverbände zählen 405.586 Mitglieder – haben damit jedoch auch 7.289 Mitglieder gegenüber dem Vorjahr eingebüßt. Die Turner, die von 2016 auf 2017 um fast 8.000 Mitglieder zugelegt hatten, belegen Platz zwei (307.283 Mitglieder/plus 59) vor Tennis (77.545/minus 1.392), Leichtathletik (57.385/minus 1.051) und Schießen (46.691/plus 18).

FCK weiter vor Mainz 05 und DAV-Sektionen

Bei den mitgliederstärksten Vereinen behaupten die „üblichen Verdächtigen“ ihre Spitzenplätze. Kurios: Der vierfache deutsche Meister und zweimalige DFB-Pokalsieger 1. FC Kaiserslautern hat trotz des Absturzes in die Drittklassigkeit und der auch dort eher durchwachsenen Darbietungen seiner Profi-Fußballer fast 500 neue Mitglieder gewinnen können (17.403 statt bisher 16.918/+2,87 Prozent), wohingegen die sportlich wie wirtschaftlich grundsoliden Erstliga-Fußballer von Mainz 05 Einbußen von fast 500 Mitgliedern zu beklagen haben (12.013 statt 12.493/minus 3,84 Prozent). Kleiner wurde auch der größte Mehrsparten-Breitensportverein des Landes TSV Schott Mainz, der nach zuletzt 4.203 jetzt „nur“ noch 4.012 Mitglieder zählt (minus 191 bzw. 4,54 Prozent). Stramm nach oben entwickeln sich die Zahlen indes beim Deutschen Alpenverein Sektion Mainz mit 7.016 Mitgliedern (plus 372 bzw. 5,60 Prozent) und beim Deutschen Alpenverein Sektion Koblenz mit 5.782 Mitgliedern (plus 275 bzw. 4,99 Prozent).

Ähnliche Trends bei den Sportbünden

Richtet man den Fokus auf die drei Sportbünde Rheinland, Pfalz und Rheinhessen, deren Dachverband der LSB ist, so erkennt man im Großen und Ganzen die gleichen Entwicklungen wie beim Landessportbund – insbesondere der Sport für Ältere ist im Westerwald ebenso auf dem Vormarsch wie im Hunsrück, in der Eifel, in der Westpfalz, an der Weinstraße oder im Rheinhessischen Hügelland.

Der Sportbund Rheinland,

mit Abstand der mitgliederstärkste der Sportbünde, zählt 618.432 Mitglieder in 3.083 Vereinen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mitgliederzahlen um 4.550 gesunken (minus 0,73 Prozent), die Zahl der Vereine nahm um 39 ab (minus 1,22 Prozent). Was die Entwicklung der Vereinsmitgliedschaften nach Altersklassen anbelangt, so hat auch das Rheinland bei den über 60-Jährigen erneut zulegt (124.237 statt 121.471), was einem Plus von 2,28 Prozent entspricht. Bei den Kindern bis sechs Jahre gibt es anders als zuletzt einen Zuwachs – plus 258 oder 0,79 Prozent. In den anderen Altersklassen sind die Zahlen leicht zurückgegangen, einmal abgesehen von den 27- bis 40-Jährigen, bei den Zuwächse zu verzeichnen sind. Der Anteil der weiblichen Mitgliedschaften ist von 258.149 auf 256.018 gesunken und liegt stabil bei gut 41 Prozent.

Der Sportbund Pfalz

ist mit 505.668 Mitgliedern der zweitgrößte der drei rheinland-pfälzischen Sportbünde. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mitgliederzahlen um 3.365 gesunken (minus 0,66 Prozent). Die Zahl der Vereine ist minimal geschrumpft – von 2.071 auf 2.063. Was die Entwicklung der Vereinsmitgliedschaften nach Altersklassen anbelangt, so hat auch die Pfalz bei den über 60-Jährigen zugelegt (106.551 statt 105.449), was einem Plus von 1,05 Prozent entspricht. Ebenfalls Zuwächse zu verzeichnen gibt es bei den Kindern bis sechs Jahre (25.683 statt 24.724/plus 3,88 Prozent) sowie auch bei den Mitgliedern zwischen 27 und 40 Jahren (74.540 statt 73.623/plus 1,25 Prozent). Der Anteil der weiblichen Mitgliedschaften ist in der Pfalz von 194.246 auf 193.398 gesunken und liegt stabil bei gut 38 Prozent.

Der Sportbund Rheinhessen

ist mit 277.463 Mitgliedern flächenmäßig wie auch nach Vereinsmitgliedschaften der mit Abstand kleinste der Sportbünde. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mitgliederzahlen um 1.892 gesunken (minus 0,68 Prozent), die Zahl der Vereine nahm im gleichen Zeitraum um fünf ab (888 statt 893). Der Sportbund Rheinhessen hat in drei der sieben Altersklassen zugelegt – bei den Kindern bis sechs Jahre (17.390 statt 17.038/plus 2,07 Prozent), bei den 27- bis 40-Jährigen (40.541 statt 40.207/plus 0,83) und bei den über 60-Jährigen (54.460 statt 53.604/plus 1,60). Der Anteil der weiblichen Mitgliedschaften ist in Rheinhessen von 112.615 auf 112.263 gesunken und liegt stabil bei gut 40 Prozent.

Die aktuelle Bestandserhebung steht zum Download auf der LSB-Homepage bereit unter https://www.lsb-rlp.de/service/download-center/category/bestandserhebung-3/2.

Autor: Michael Heinze, web: lsb-rlp.de

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Markus Schneider
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