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Saisonvorschau zur Motorradweltmeisterschaft 2019 – MotoGP

Titelverteidiger Marc .Marquez (li.) und Andrea Dovizioso (re). (Foto: moto-foto)
Titelverteidiger Marc .Marquez (li.) und Andrea Dovizioso (re). (Foto: moto-foto)

Zwei Wochen nach den Superbikes geht auch die Königsklasse der Motorradweltmeisterschaft, die MotoGP mitsamt ihren Nachwuchsserien Moto2 und Moto3 in die neue Saison. Wie immer nach der Winterpause ist die Erwartungshaltung der Fahrer und Teams sehr hoch. Auch unter den Fans wird kräftig diskutiert wer denn 2019 schnellster Mann auf 2 Rädern werden wird.

Sorgen beim Weltmeisterteam Honda

Das Weltmeisterteam des letzten Jahres – Repsol Honda – geht schwer angeschlagen in die neue Saison. Der Vorzeigepilot des Teams, Marc Marquez, der sich seit seinem Debut in der Königsklasse 2013 bereits fünfmal die Meisterschaft sichern konnte, musste sich im Winter einer langwierigen Schulteroperation unterziehen und ist nach eigenen Aussagen derzeit weit weg von seinem sonst gewohnten Leistungsvermögen.

Auch der zweite Mann im Team, Jorge Lorenzo, Weltmeister der Jahre 2010, 2012 und 2015 auf Yamaha, muss sich nach einem beim Training zugezogenen Kahnbeinbruch erst wieder zu alter Form hocharbeiten und zudem noch den Wechsel von Yamaha zu Honda bewerkstelligen. Nach neun Jahren auf der Yamaha YZR-M1 hat Lorenzo mit der Honda noch nicht den Grundspeed gefunden der ihn auf der Yamaha zum dreimaligen Champion machte.

Yamaha im Angriffsmodus

Nach einer enttäuschenden 2018-er Saison mit lediglich zwei Siegen für Maverick Vinales ging Yamaha in der Winterpause in die Offensive. An Motor, Fahrwerk, Aerodynamik und Elektronik wurde viel gearbeitet, sogar die Lackierung wurde aggressiv in schwarz / blau gehalten und damit zum Ausdruck gebracht dass die Truppe um Teamchef Lin Jarvis bereit ist den Hondas den Kampf anzusagen.

Bei den Testfahrten im Februar auf der Grand Prix Strecke von Losail in Qatar konnten sich mit Vinales, Quartararo, Rossi und Morbidelli gleich 4 Yamahaplioten unter die ersten sechs schieben wobei Vinales mit Abstand der schnellste aller anwesenden 23 MotoGP – Piloten war. MotoGP – Ikone Valentino Rossi wird auch 2019 versuchen den langersehnten 10. WM – Titel einzufahren dem der mittlerweile 40-jährige seit 2010 hinterherfährt.

Bei allen der insgesamt 10 Testtagen im Winter lag Mr.MotoGP jedoch hinter seinem Teamkollegen Maverick Vinales zurück so dass Vinales derzeit als Nummer 1 Titelkandidat bei Yamaha gehandelt wird.

Wundertüte Ducati

Die Duacti-Piloten hinterließen bei den Wintertests in Qatar, Jerez und Sepang mit ihren Desmosedicis GP19 sehr unterschiedliche Eindrücke. War in Sepang der neu ins Werksteam integrierte Danilo Petrucchi schnellster Mann auf der Strecke konnte der ehemalige Polizist weder im spanischen Jerez noch in Qatar an diese Leistung anknüpfen und blieb auf den Plätzen 6 und 9 hängen.

Auch der Teamleader der Ducatitruppe, Andrea Dovizioso, konnte in keiner der Testsessions nach ganz vorn fahren und büßte bis zu einer halben Sekunde Rückstand auf die Besten ein. Somit ist derzeit das Leistungsvermögen der Ducati Desmosedici GP 19 nicht ganz eindeutig einzuschätzen, Insider halten es für möglich dass Ducatis gewiefter Technikchef Gigi Dall´Igna noch einige Asse im Ärmel hat die er beim Sasionauftakt rechtzeitig ziehen wird.

So waren bereits während der Testphase aerodynamische Anbauteile an der Gabel, der Verkleidung und auch Heckbereich der Maschinen zu erkennen die deutlich die Handschrift Dall´Ignas trugen der dafür bekannt ist das Reglement bis an seine Grenzen auszuloten. Die tatsächliche Stärke der roten Renner aus Bologna wird sich daher wohl erst beim Saisonauftakt in Qatar zeigen.

Geheimtipp Suzuki

Alex Rins war mit der Suzuki GSX-RR bereits 2018 vielversprechend unterwegs hat insbesondere in der zweiten Saisonhälfte gezeigt dass die Kombination Suzuki / Rins eine schlagkräftige Einheit bilden kann. Mit 5 Podestplätzen zeigte der 24-jährige Spanier dass er nicht mehr allzu weit entfernt vom 1. Sieg in der MotoGP ist.

Auch die Wintertests verliefen für den kleinsten der japanischen Motorradhersteller sehr vielversprechend – Rins war meist in Schlagdistanz zu den Allerschnellsten und auch sein neuer Teamkollege – der Moto3 Weltmeister von 2017 Joan Mir – konnte mit Top Ten Platzierungen bei den Testfahrten bereits zeigen dass er mit der Suzuki sehr gut zurechtkommt.

So geht Alex Rins als Geheimfavorit in die anstehende Saison und wird versuchen die lange Tradition der Motorradweltmeister auf Suzuki, die so klangvolle Namen wie Barry Sheene oder Kevin Schwantz beinhaltet, weiter fortzuführen.

Riesenaufwand bei KTM

Die österreichische KTM ist mittlerweile die einzige Marke in der Motorradweltmeisterschaft die in allen 3 Klassen – Moto3, Moto2 und MotoGP – mit einem Werksteam vertreten ist. Sind Titelgewinne in der Moto3 für KTM schon fast selbstverständlich tun sich die Mattinghofener in den größeren Klassen deutlich schwerer.

In der Moto2 konnten zwar schon Grand Prix Siege gefeiert werden und der WM – Titel ist für 2019 anvisiert, in der MotoGP ist man davon jedoch noch weit davon entfernt.

Das es KTM ernst meint in der Königsklasse sieht man an dem Aufwand den die Österreicher treiben. Ein Werksteam mit vier Piloten, darunter das Fahrgenie Johan Zarco, eingesetzt vom Tech3-Team unter der Führung von Herve Poncheral sowie ein eigenes Testteam mit Mika Kallio und ex-Honda Werkspilot Dani Pedrosa lassen erkennen dass die Marke mit den charakteristisch orangefarbenen Bikes große Ziele in der MotoGP hat.

Allerdings mussten auch sie im Winter erkennen dass der Rückstand auf die Schnellsten noch groß ist und die Entwicklungsarbeit erst am Anfang steht.

Außenseiter Aprilia

Das Aprilia-Team mit den Piloten Andrea Iannone und Aleix Espargaro gilt mit der RSV4 GP als das klassische Außenseiter Team. Ohne großen Sponsor und somit auch mit begrenzten finanziellen Mitteln kämpft die Truppe aus Noale gegen die großen Werke, glänzt dabei aber immer wieder mit erstaunlichen Ergebnissen.

So erreichte Espargaro im vergangenen Jahr beim Grand Prix von Aragon einen sechsten Platz wobei er u. a. das Yamaha Werksteam mit Rossi und Vinales hinter sich lassen konnte. Mit Andrea Iannone ist ein erfahrener Pilot neu ins Team gekommen der bereits mit Ducati und Suzuki Grand Prix-Siege und Podestplätze einfahren konnte. Somit kann Aprilia weiterhin für positive Überraschungen sorgen – der WM-Gewinn bleibt jedoch außer Reichweite.

Ausblick

Trotz ihrer Verletzungen gehören die Hondafahrer M. Marquez und J. Lorenzo zum engsten Favoritenkreis dem ebenso M. Vinales angehört. Ducatis Nummer-1 Pilot A. Dovizioso hat zwar über den Winter nicht geglänzt, muss aber auf Grund seines Könnens uns seiner Erfahrung ebenfalls zu den Titelkandidaten gerechnet werden.

Gleiches gilt für Mr. MotoGP V. Rossi der sich sicher sein darf dass ihm ein Großteil der Fans weltweit die Daumen für den zehnten Titelgewinn drücken wird. Ab 10. März 2019 beim GP von Qatar ( live Servus-TV ) wird der WM-Titel in insgesamt 19 Rennen ausgetragen bevor der neue Weltmeister dann spätestens beim Abschlussrennen in Valencia am 17. November 2019 feststeht.

Autor: Hartmut Reuschel, web: http://motogp.com/de

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Markus Schneider
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