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Saisonfinale der Motorradweltmeisterschaft 2019

Moto3-Weltmeister Lorenzo Dalla Porta auf Honda. (Foto: moto-foto)
Moto3-Weltmeister Lorenzo Dalla Porta auf Honda. (Foto: moto-foto)

16. Lauf in Motegi / Japan am 20. Oktober 2019

Da die Weltmeisterschaft 2019 bereits 4 Rennen vor Schluss zugunsten von Marc Marquez entschieden war blieb am Motegi Twin Ring der ganz große Zuschaueransturm aus. Deutlich waren die leeren Plätze auf den 68.000 Zuschauer fassenden Tribünen zu erkennen.

Diejenigen die sich an der 4,801KM langen Strecke verteilten sahen trotz der fehlenden Spannung ein unterhaltsames Rennen. Grund dafür war aber nicht Marc Marquez da dieser sich von der Pole Position aus vom Start weg in Führung brachte und diese bis ins Ziel nicht mehr abgab. Grund war vielmehr der Kampf um die Plätze dahinter der von dem Yamaha-Trio Quartararo, Vinales, Morbidelli, dem Ducati-Duo Dovizioso und Miller sowie Honda Pilot Cal Crutchlow recht unterhaltsam geführt wurde.

Dass am Ende der Neuling in der MotoGP, Fabio Quartraro, die Nase vorn hatte spricht für die Schnelligkeit die der erst 20-jährige Franzose aus Nizza hat. Dritter wurde Andrea Dovizioso der damit seine dritte Vizeweltmeisterschaft in Folge so gut wie in der Tasche hat. Einen rabenschwarzen Rennsonntag hatte Mr. MotoGP Valentino Rossi der 5 Runden vor Schluss an 11. Position liegend stürzte und damit sein viertes Nullpunkte-Resultat in dieser Saison hinnehmen musste.

Honda hatte auf ihrer hauseigenen Strecke am Ende noch etwas zu feiern – mit dem neuerlichen Erfolg vom ihrem Vorzeigefahrer Marc Marquez sicherte sich der größte Motorradhersteller der Welt seinen 25. Konstrukteurs-Titel im Rahmen der Motorradweltmeisterschaft.

17. Lauf in Phillip Island / Australien am 27.10.2019

Der Grand Prix In Down Under gehört seit Jahren traditionell zu den spektakulärsten Rennen im MotoGP Kalender und auch die 2019-er Ausgabe reihte sich nahtlos in diese Tradition mit ein. Dabei gab es im Vorfeld jede Menge Aufregung und es war bis zum Morgen des Rennsonntags nicht klar ob der Grand Prix wie geplant durchgeführt werden könne.

Grund dafür war der heftige Trainingssturz von KTM-Pilot Miguel Oliveira auf Grund einer Windbö während des Trainings am Samstagnachmittag. Doch am Sonntagmorgen hat sich der Wind soweit gelegt dass sowohl das Qualifikationstraining als auch das Rennen letztendlich durchgeführt werden konnte.

Dabei gelang es Altmeister Valentino Rossi erstmals in diesem Jahr wieder einen Grand Prix anzuführen, allerdings war das Spektakel nach 3 Runden vorüber und Rossi landete schlussendlich auf Rang 8. Besser machten es Vinales, Crutchlow, Dovizioso, Miller sowie die beiden Aprilia–Piloten Iannone und A. Espargaro die 10 Runden lang herzerfrischend mit Weltmeister Marquez Rad an Rad um die Führung kämpften.

Dann war es schließlich Yamaha-Mann Vinales der sich zusammen mit Weltmeister Marquez vom Pulk lösen und eine Lücke auffahren konnte. Während Crutchlow Platz 3 frühzeitig absicherte und die Aprilia-Twins langsam dem Tempo Tribut zollen mussten kämpften sich Lokalmatador Jack Miller sowie sein Ducati Teamkollege Francesco Bagnaia bis auf die Plätze 4 und 5 nach vorne.

Als Marquez in der vorletzten Runde die Führung übernahm schienen die Plätze besiegelt zu sein doch ein Sturz vom zweitplatzierten Maverick Vinales wenige Meter vor dem Ziel würfelte die Besetzung auf dem Siegerpodest nochmals neu zusammen–neben dem Sieger Marc Marquez nahmen als Zweiter Cal Crutchlow und als Dritter Jack Miller die Pokale entgegen.

Als 16. und damit Letzter überquerte Jorge Lorenzo die Ziellinie – ein Desaster für den 5-fachen Weltmeister und Teamkollegen von Marc Marquez. Es gab nicht wenige Stimmen im Fahrerlager die das Karriereende des einstigen Vorzeigefahrers am Jahresende kommen sahen.
18. Lauf in Sepang / Malaysia am 03.11.2019

Der vorletzte WM–Lauf der MotoGP in 2019

zeigte im Training eine starke Yamaha-Teamleistung bei der sich alle 4 Piloten für die beiden ersten Startreihen qualifizieren konnten. So war es wenig verwunderlich dass vor dem Rennen Vinales, Quartararo, Morbidelli und Rossi als mögliche Sieger am häufigsten genannt wurden.

Doch die alte Weisheit, dass Training und Rennen zwei unterschiedliche Dinge sind die oftmals auch unterschiedliche Ergebnisse bringen wurde wieder einmal bestätigt. Aus der ersten Startreihe war es lediglich Maverick Vinales, der seine M1 ähnlich schnell um den Sepang International Circuit bewegte wie in der Qualifikation und keinen Gegner zu befürchten hatte.

Dagegen war es für Franco Morbidelli und Fabio Quartararo nicht möglich die Pace vom Vortag zu gehen so dass die beiden auf den eher enttäuschenden Plätzen 6 und 7 landeten. Weltmeister Marc Marquez hatte nach einem heftigen Trainingssturz und Startplatz 11 einen Raketenstart, nistete sich von Beginn an auf Platz 2 ein und nahm diesen Platz nach 20 Runden gern mit nach Hause.

Um den dritten Platz wurde derweil heftig zwischen den beiden Italienern Andrea Dovizioso/Ducati und Altmeister Valentino Rossi/Yamaha gekämpft. Dabei verpasste Publikumsliebling Rossi nur um 3/10 Sekunden das von ihm so heiß ersehnte Podest. Die Freude im Hause Marquez war nicht nur wegen dem 2. Platz von Marc riesengroß, an diesem Wochenende überwog die Freude über den Titelgewinn durch den jüngeren der Marquez-Brüder, Alex, der sich den Titel in den Moto2-Klasse sicherte.

Leider lag über der Strecke von Sepang am Renntag auch ein trauriger Schatten denn in einem Rahmenrennen und den Idemitsu Asia Talent Cup verunglückte der Indonesische Rennfahrer Afridza Munandar am Samstagnachmittag tödlich. Obwohl das Rennen unmittelbar nach dem Unfall mit der roten Flagge abgebrochen wurde und der Rettungshubschrauber den Verunglückten in das Krankenhaus von Kuala Lumpur brachte kam für den 20-jährigen Nachwuchspiloten jede Hilfe zu spät.

19. und letzter Lauf in Valencia / Spanien am 17.11.2019

Das Saisonfinale hätte nicht aufregender sein können – die MotoGP Welt wurde zum Abschluss der Saison von großen Überraschungen geprägt – allerdings nicht auf der Strecke. Auf dem 4,005 KM langen Circuit Ricardo Tormo blieben die ganz großen Sensationen aus – hinter den Kulissen gab es dafür umso mehr.

Bereits zu Beginn den Grand Prix Wochenendes gab Jorge Lorenzo seinen Rücktritt zu Saisonende bekannt. Der Teamkollege von Weltmeister Marc Marquez ist seit seinem schweren Sturz in Assen nur noch ein Schatten seiner selbst, auch konnte er sich zu keinem Zeitpunkt der Saison mit der Honda RC213V anfreunden.

So geht der 32- jährige Spanier als 5-facher Weltmeister mit insgesamt 68 Grand Prix-Siegen als einer der großen Fahrer in die Historie der Motorrad-WM ein. Als Nachfolger werden Cal Crutchlow, langjähriger Honda Pilot, Johan Zarco, 2-facher Moto2 Weltmeister und Stefan Bradl, Honda-Testfahrer im Fahrerlager diskutiert. Völlig überraschend wurde am Samstagabend dann auch Alex Marquez als Lorenzo-Nachfolger mit ins Spiel gebracht.

Der Bruder vom MotoGP-Champion Marc und selbst Moto2 Weltmeister 2019 hat – auch auf Grund der Intervention von Bruder Marc – den Job wohl so gut wie sicher.

Nach Pol und Aleix Espargaro wären Marc und Alex Marquez das zweite Brüderpaar das in der höchsten Klasse des Motorradsports 2020 an den Start gehen wird. Auf der Strecke gab es derweil nicht viel neues, den letzten Motorrad Grand Prix in diesem Jahr gewann Weltmeister Marc Marquez, eskortiert wurde er auf dem Podest vom starken Fabio Quartararo/Yamaha sowie Jack Miller/Ducati der sich mit diesem neuerlichen Podestplatz für einen Platz im Werksteam von Ducati empfehlen konnte. Die weltbesten Motorradpiloten gehen jetzt in ihre Winterpause ehe es am 8. März 2020 in Katar wieder heißen wird: Gentlemen, please start your engines!

Autor: Hartmut Reuschel, web: www.motogp.com/de

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Markus Schneider
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