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Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

„Wie weit – ist weit genug“ oder „Wie nah – ist nah genug“ (Foto: Iris Engel)
„Wie weit – ist weit genug“ oder „Wie nah – ist nah genug“ (Foto: Iris Engel)

Unter diesem Motto stand das Seminar zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt im Sport“, welches die Saarländische Sportjugend an zwei Sonntagen organisierte.

Einerseits ein Thema

das immer mehr in die Öffentlichkeit gelangt. Fast täglich melden Medien Fälle von Kinderpornografie und von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Andererseits aber auch ein Tabuthema, über das viele nicht sprechen wollen oder können, das mit Angst besetzt ist und oft so erlebt wird, als wäre es weit weg von uns, irgendwo in einer Großstadt vielleicht, aber doch nicht im Dorf, im Verein oder ganz in unserer Nähe.

Mit dem ersten Seminar,

welches durch Aktion Mensch gefördert wurde, nahmen Auszubildende des Kneipp Vereins, Sportler/innen verschiedener Sparten der Special Olympics, Trainer/innen, aber auch Jugendliche, die ihre Juleica verlängerten, teil. Eine Gruppe die sehr voneinander lernen konnte. Das Verständnis untereinander dem jeweiligen Gegenüber verhalf mehr Einblicke zum Thema Inklusion – du bist anders aber irgendwie auch nicht- zu bekommen. Das zweite Seminar war besetzt von Sportler/innen und Trainer/innen verschiedener Sparten“, so Iris Engel von der Saarländischen Sportjugend.

Verschiedene Themen (was bedeutet sexuelle Gewalt? Wie können wir Kinder stark machen? Machtverhältnisse und spezifische Bedingungen im Sport, Handlungsstrukturen von Tätern und vieles mehr) wurden von den Teilnehmenden in Gruppenarbeit vorbereitet und im Plenum diskutiert bzw. durch Fallbeispiele aus der Praxis ergänzt.

Es wurde deutlich, dass viele Jugendliche

aber auch Erziehungsberechtigte die Gefahren und Folgen von Grenzverletzungen nicht oder nur schwer ein-schätzen können. Sie sind oft verunsichert und es ist nicht klar wie sie mit solchen Vorkommnissen umgehen können. Fragen wie: „Darf ich da überhaupt etwas da-gegen sagen“, „was löse ich damit aus“, „glaubt mir überhaupt jemand“ oder „wem kann ich mich anvertrauen“ wurden in dem Seminar diskutiert und es wurde schnell klar, dass „Petzen in solchen Fällen mutig und erlaubt ist“.

Anhand des Spielfilms „Die Auserwählten“ von Christoph Röhl, der das Martyrium der Schüler, die unter dem sexuellen Miss-brauch ihrer Lehrer an der Odenwaldschule litten, schildert und erst Jahre später in der Öffentlichkeit Gehör fand, wurden Filmausschnitte, die die Handlungsstrategien eines Täters sowie die Manipulation von Außenstehenden ersichtlich machen, aufgezeigt und diskutiert.

Die Teilnehmenden

hatten die Gelegenheit im geschützten Rahmen offen über dieses Thema zu reden und konnten sich mit den verschiedenen Aspekten und Strategien dieses Phänomens auseinandersetzen. Außerdem konnten verschiedene Methoden ausprobiert und erlernt werden, die präventiv im Vereinsalltag eingesetzt werden können, um das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Viele Fragen konnten beantwortet, die Personen für dieses Thema sensibilisiert und Wege im Umgang mit solchen Fällen thematisiert werden.

Wichtig ist das Einbinden von Fachberatungsstellen. Im Saarland sind dies Nele, Tel. 0681/32058 und Phönix Tel. 0681/7619685, die ihr Projekt bei der Auftaktveranstaltung im November 2019 vorgestellt haben.

Das Seminar wurde geleitet von Stefanie Schmidt, Diplom Sozialarbeiterin im Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V. und Iris Engel von der Saarländischen Sportjugend, die in der nächsten Zeit den Vereinen die Schulungen anbieten möchte.

Autor: Stefanie Schmidt und Iris Engel, web: sportjugend-saar.de

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