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Keine Europameisterschaft für Justus Nieschlag

Justus Nieschlag muss Start bei der Europameisterschaft in Glasgow absagen Vernunft vor Ehrgeiz
(Foto:Rainer Jung)

Justus Nieschlag muss Start bei der Europameisterschaft in Glasgow absagen Vernunft vor Ehrgeiz

Nach der Absage des World Series Rennen in Hamburg, muss Justus Nieschlag schweren Herzens auch den geplanten Start bei der Triathlon Europameisterschaft in Glasgow absagen. Nach eingehender Beratung mit seinem Trainer Dan Lorang, seiner Physiotherapeutin Sabrina Hoppe und Einbeziehung seines Managers Rainer Jung, informierte Justus Nieschlag die Deutsche Triathlon Union über den Startverzicht.

„Wie bei jeder anderen Absage auch, haben wir uns dies nicht leicht getan. Ich laufe wieder und habe auch schon ein paar kleine Intensitäten absolviert, daher kribbelt es doch schon sehr unter den Fingernägeln. Die Richtung stimmt also, die EM kommt nur leider ein wenig zu früh. Ich vertraue meinem Team zu 100%. Die Sehne braucht halt noch ein paar Wochen mehr Zeit“.

Auch aus Sicht seines langjährigen Trainers Dan Lorang ist der Startverzicht richtig.

„Aufgrund der immer wiederkehrenden Achillessehnenprobleme haben wir uns dazu entschlossen die Beschwerden komplett auszukurieren und gleichzeitig aber auch daran zu arbeiten, dass die Strukturen belastungsverträglicher werden. Zusätzlich wurde das komplette biomechanische Setup überprüft und korrigiert. Die Fortschritte sind deutlich sichtbar aber ein zu früher Wettkampfeinsatz würde den Heilungsprozess entscheiden gefährden bzw. verschleppen. Aktuell ist Justus schmerzfrei und kann die ersten intensiven Einheiten auch im Laufen wieder bewältigen. Neben dem strukturellen Aufbau muss jetzt auch an der spezifischen Kondition im Laufen gearbeitet werden um international wieder konkurrenzfähig zu werden. Nach aktuellem Stand sollte dieses bis Ende August wieder möglich sein. Ab dann erhoffen wir uns eine reibungslose, verletzungsfreie und erfolgreiche Fortführung der Leistungsentwicklung die Justus im letzten Jahr vollzogen hat. Die aktuell investierte Zeit ist eine Invention in die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit von Justus und ist mittel- und langfristig der einzige vernünftige und vertretbare Weg.“

In den letzten Monaten hat Nieschlag intensiv mit seiner Physiotherapeutin Sabrina Hoppe zusammen gearbeitet. Sie ist maßgeblich daran beteiligt, dass der Genesungsverlauf gut verläuft. Aber auch aus Sicht von Hoppe kommt ein Start zu früh.
„Die sportphysiotherapeutische Untersuchung, die Analyse des Trainingszustandes und die Verletzungsanalyse haben zusammen eine genaue Übersicht darüber geliefert, welche prädisponierende Faktoren zu Justus wiederkehrenden Sehnenproblematik führte.

Klinische Relevanz der verschiedenen Heilungsphasen sowie die Erfahrungen und Überzeugungen haben zu einem verantwortungsbewussten Rehabilitationsprogramm geführt, die sich als sehr komplex herausstellt. Justus Körper war gezwungen, ein adaptives Haltungsmuster zu installieren, weil er immer darauf Bedacht war, die Bewegung unter der Schmerzgrenze ablaufen zu lassen. Um die Stressreaktion gering aufrechtzuerhalten, musste sich der Körper seines myofaszialen Systems bedienen. Ziel ist es, dass alle stabilisierenden Systeme ineinandergreifen.

Das Erarbeiten von Lösungsstrategien für eine verletzungsfreie Zukunft gehört ebenso zu dem Rehabilitationsprogramm. Justus körperliche Verfassung entwickelt sich hervorragend. Es wird an einer guten Trainings – und Wettkampfbelastung gearbeitet. Inzwischen ist Justus schmerzfrei, somit kann im Rehabilitationsprozess die mechanische Belastung auf das Sehnengewebe erhöht werden. Die tatsächliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit benötigt allerdings noch etwas Zeit um wieder konkurrenzfähig zu sein und ist Ende August angestrebt. Die investierte Zeit dient langfristig dazu Fehlbelastungen stufenweise abzubauen und rezidive zu eliminieren.“

Nieschlag ist nun noch einige Tage im Höhentrainingslager in St. Moritz, bevor er nach Saarbrücken zurückkehrt. Ziel ist es nun den Einstieg in die Restsaison beim World Series Rennen in Montreal Ende August zu machen. Von dort soll es dann an die Gold Coast gehen, um dort Mitte September beim Grand Final der World Series zu starten.

Autor: Rainer Jung, web: justus-nieschlag.de

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Markus Schneider
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