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Homburger ADAC Bergrennen vom 12.-14. Juli 2019

Kai Neu mit seinem Ford Fokus ST. (Foto: Bubel)
Kai Neu mit seinem Ford Fokus ST. (Foto: Bubel)

Im Rennwagen mit bis zu 200 km/h hinauf nach Käshofen

Die Saison der Bergrennen in Deutschland ist mit dem 46. Homburger ADAC Bergrennen vom 12.-14. Juli 2019 praktisch auf dem Höhepunkt angelangt. Nach den Läufen am hessischen Vogelsberg bei Schotten, dem Auslandsstart im luxemburgischen Eschdorf im Mai, dem Eifel-Klassiker von Wolsfeld an Pfingsten, dem auch zur Europameisterschaft zählenden Glasbachrennen in Thüringen und dem Ibergrennen vom letzten Juni-Wochenende im Eichsfeld, zieht es nun den Tross der PS-starken Bergsteiger samt „Schraubern“ und Familien, weiter in die Saarpfalz zur Traditionsveranstaltung auf der Käshofer Straße, zwischen der saarländischen Kreisstadt Homburg und dem westpfälzischen Dorf Käshofen, die Sickinger Höhe hinauf.

Dazugesellen werden sich die Fahrerinnen und Fahrer aus der Luxemburger Bergmeisterschaft sowie Gaststarter aus Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz, sodass das 150 Rennwagen zählende Feld international aufgewertet wird. Wie bei Bergrennen üblich, geht so ziemlich alles an den Start was vier Räder hat, außer Go-Karts, Renntrucks und der Formel 1.

Die Vielfalt ist groß. Von 75 bis 750 PS reicht die Leistungsspanne. Am Ablauf zum Einzelzeitfahren stehen Tourenwagen verschiedener Verbesserungsgrade, Rennsportwagen à la Le Mans und Monoposto-Rennwagen bis Formel 3 und 2. Auch die Old- und Youngtimer-Liebhaber kommen bei der Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) auf ihre Kosten.

Aufwendige Organisation – Helfer im Dauereinsatz

Eine der größten Sportveranstaltungen im Jahreskalender der Kreisstadt Homburg und die aktuell älteste Motorsportveranstaltung im Saarland, die schon seit eh und je vom Homburger Automobilclub e.V. (HAC) organisiert wird, ist kein Selbstläufer.

Im Jahr zwei nach dem Wechsel in der Organisationsleitung wird es erneut moderate Neuerungen geben, so zum Beispiel erstmals Armbänder, wie sie auf Konzerten üblich sind, als Ersatz für die altertümlichen Eintrittskarten. Bereits vor Monaten wurden die ersten Schritte zur Realisierung des 46. Bergrennens eingeleitet. Genehmigungen verschiedenster Art wurden bei Behörden und Sportverbänden eingeholt und die ersten Absprachen getroffen.

Eine offizielle Ausschreibung wurde von Rennleiter Jürgen Guckert (Kirkel) verfasst, die anschließend vom Deutschen Motorsport Bund (DMSB) ihren Segen bekam. Im Mai wurde die Käshofer Straße turnusgemäß von Sicherheitsexperten des DMSB unter die Lupe genommen, die die Sicherheitsstandards lobten und lediglich geringfügige Verbesserungen anregten, die nun beim Streckenaufbau in der Woche vor dem „Bergrenn-Fest“ umgesetzt werden.

Neben den Vereinsmitgliedern des HAC, engagieren sich erstmals auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Käshofen, nicht nur wie all die Jahre als Sportwarte beim Rennen selbst, sondern auch beim Streckenaufbau.

Schon 10 Tage vor dem Renngeschehen wurden Pakete aus über 5.000 gebündelten Altreifen an den neuralgischen Punkten der Piste aufgestellt, sowie weiteres Material und Equipment herangeschafft. In der Woche vor dem Rennen sind tägliche Arbeitseinsätze unabdingbar, um alles perfekt für das Wochenende der „PS-Enthusiasten“ und der zu erwartenden mehreren Tausend Motorsportfans aus nah und fern, auf der Reihe zu haben. So werden Zuschauerzonen eingerichtet, Kabel für Beschallung und Zeitnahme verlegt, ein Festzelt im Fahrerlager aufgestellt, Imbissbuden an die Strecke gekarrt und vieles mehr.

„Ich staune jedes Jahr selbst wieder, wie groß der Aufwand von uns getrieben wird und was alles von den rund 180, größtenteils ehrenamtlichen Helfern in der Organisation geleistet wird“, sagt Organisationsleiter Sascha Ressmann aus Bexbach.

Der Top-Favorit kommt aus dem Schwarzwald

Rein sportlich gesehen erwarten die Insider eine spannende Sekundenhatz um den Gesamtsieg. Alexander Hin reist indes mit stolz geschwellter Brust zum Homburger Bergrennen an.

Der Tagessieg des letzten DM-Laufs in Heilbad Heiligenstadt, inklusive neuem Streckenrekord stempeln den Breisgauer zum Favoriten auf den Gesamtsieg. Der Unternehmer aus Elzach kommt in der Saarpfalz zu seinem erst zweiten Renneinsatz in seiner neuen „Italo-Granate“ Osella PA 30, mit einem weit über 500 PS leistenden Zytek V8-Triebwerk.

Bei Idealen Wetterbedingungen ist so der Streckenrekord (1.05,404 min, David Hauser (L), Dallara GP2, aus 2016) in Gefahr.

Hin das Wasser reichen möchte Anthony Loeuilleux- mit seinem Tatuus Formula Master ist der Franzose Titelverteidiger am Karlsberg. Zum engeren Favoritenkreis zählen weiter Christian Triebstein (Habichtswald-Dörnberg), als Deutscher Berg-Cup Vize-Meister 2018, in einem Dallara Opel Formel 3, sowie die weiteren Formel 3-Vertreter Georg Lang (MSW HS-001) aus Schweinfurt und aus Frankreich Daniel Allais, der den früheren Rennwagen des heutigen Formel 1-Piloten Valtteri Bottas besitzt.

Nicht zu vergessen aus dem Sportwagen-Lager der Schwabe Thomas Conrad im CRS-Renault. Die Masse der Teilnehmer kommt traditionell aus dem Tourenwagen und Silhouetten-Bereich.

Die Riege der großvolumigen „Berg-Monster“ führt der Deutsche Meister 2012, Klaus Hoffmann (Kitzingen) auf Opel Astra V8 DTM an. Dazu gesellen sich Publikumsliebling Holger Hovemann (Buchen) im Opel Kadett GT/R mit V8-Chevrolet-Motor und der Schweizer René Ruch im knallroten Ferrari 355 GT, in dessen Heck ein Zytek-V8 aus einem Formel 3000-Rennwagen für den entsprechenden Vortrieb sorgt. Zahlreiche Renntourenwagen der Marken VW, Opel, BMW oder Audi aus dem KW Berg-Cup runden das imposante Feld ab.

HAC stellt Rekordmannschaft

Der Homburger AC ist unter den 10 Veranstaltern aus der Deutschen Bergrennszene, der Verein mit den meisten aktiven Fahren. Rekordverdächtige 18 Aktive aus den Reihen der Grün-Weißen haben sich in die Starterliste eingeschrieben. Dies sind im Einzelnen:

  • Boris Schmidt (Fockenberg-Limbach) Citroen AX GTi
  • Christian Bächle (Homburg) Peugeot 206 RC
  • Heinz-Peter Boch (Eberbach) Peugeot 206 Rallye
  • Volker Stoll (Gehrweiler) Peugeot 206 RC
  • Ulrich Zeitz (Kelkheim) Citroen C2 GT
  • Gino Kruhs (Quierschied) Citroen DS3 R3T
  • Fredi Marquitz (St. Ingbert) BMW 318 is
  • Martin Kraus (Blieskastel) VW Polo G60
  • Jonas Steinbrenner (Mandelbachtal) BMW 323i
  • Daniel Thum (Bexbach) BMW 318i
  • Rüdiger Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau) Porsche 911 GT3
  • Jochen Stoll (Gundersweiler) Porsche 911 GT3
  • Christoph Schwarz (Otterberg) NSU TT

Hervorzuheben ist der Homburger Kai Neu, der mit seinem Ford Fokus ST in der laufenden Saison schon mehrfach den Klassensieg davontrug und aktuell auf Rang 6 in der Tabelle der Deutschen Bergmeisterschaft rangiert. Hinzu kommen vier Fahrer in der GLP-Wertung, mit den Homburgern Daniel Zimmermann und Timo Winter beide auf VW Polo sowie das Ottweiler Vater-Sohn-Team Heimo und Marco Blatt, beide auf Peugeot 106 Rallye.

Straffer Zeitplan mit Rahmenprogramm

Schon ab dem kommenden Mittwoch werden die ersten Rennteams im Fahrerlager an der L 120 zwischen dem Homburger Schießhaus und dem Stumpfen Gipfel erwartet, um ihre Zelte und Renntransporter in Stellung zu bringen.

Ab Freitag (12. Juli – 15 Uhr) ist die Käshofer Straße bis Sonntag 21 Uhr, für den Straßenverkehr voll gesperrt. Um diese Zeit beginnt auf der Fahrerlagerwiese bereits die Technische Abnahme der Rennfahrzeuge, bei freiem Eintritt für interessierte „Technikfreaks“. Jeweils drei komplette Durchgänge an beiden Tagen, werden die Zuschauer zu Gesicht bekommen. Am Samstag stehen von 8 Uhr 30 bis 18 Uhr die Trainings- und Qualifikationsläufe auf dem Programm.

Für die Rennläufe um Siege in den Klassen und Gruppen und natürlich in der Gesamtwertung schaltet am Sonntag, ebenfalls bereits um 8 Uhr 30, beginnend mit den leistungsschwächeren Klassen, die Startampel auf Grün. Gegen 19 Uhr ist dann die Siegerehrung im Fahrerlagerfestzelt anberaumt, wo drei Tage lang auch für das leibliche Wohl gesorgt wird.

Das Rahmenprogramm besteht aus der Band „Hot Docs“ die am Samstagabend ab 17 Uhr im Festzelt aufspielen wird. Zwischen den Trainings- und Rennläufen geht der 12-jährige Max Reis aus Ramstein, aktuell jüngstes HAC-Mitglied, auf die Strecke. Der Deutsche Meister im Kart-Sport und WM-Teilnehmer präsentiert zwischendurch seinen Rennkart auch am Fahrerlagereingang.

Wissenswertes und Tipps für Besucher

Die Zuschauerbereiche am Start, Brückchen und Posten 8, entlang der 2,6 Kilometer langen Natur-Rennstrecke, sind ausschließlich von Homburg aus zu Fuß oder am Renntag mit kostenlosen Shuttlebussen (ab Parkplatz Karlsberg Brauerei bis Fahrerlager) erreichbar.

Gutes Schuhwerk ist zu empfehlen, da sich das Renngelände überwiegend im Wald befindet. Vorteil dabei ist, dass es sich hier auch bei hohen Temperaturen gut aushalten lässt. Zwischendurch lohnt zudem ein Blick ins Fahrerlager, um das hektische Treiben zu beobachten.

Alle weiteren Infos, wie die komplette Starterliste, Eintrittspreise, Parkplätze, das Speisenangebot und vieles mehr, findet man auf der Webseite www.homburger-bergrennen.de. Noch bis zum Samstagmorgen läuft auf der Facebook Seite des Bergrennens die Fahrervorstellung.

Autor: Thomas Bubel, web: homburger-bergrennen.de

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Markus Schneider
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