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Erinnerung an Nicky Hayden

Nicky Hayden während einer PK. (Foto: moto-foto)
Nicky Hayden während einer PK. (Foto: moto-foto)

Der 22.Mai 2017 ist vielen Motorradsportlern in trauriger Erinnerung. Es ist der Tag an dem der eh. MotoGP-Weltmeister Nicky Hayden/USA im Krankenhaus von Cesena / Italien mit 35 Jahren verstarb.

Fünf Tage zuvor war der Amerikaner, den seine Fans weltweit Kentucky Kid nannten, in einen schweren Fahrradunfall verwickelt. Hayden war mit einer Gruppe von Radrennfahrern unterwegs als er unweit der Rennstrecke Misano World Circuit Marco Simoncelli von einen Auto erfasst und dabei schwer verletzt wurde.

Bis zum 22. Mai dauerte sein Kampf gegen den Tod den er letztendlich verlor. Zu schwer waren seine Verletzungen die er sich beim Kontakt mit dem Auto und dem daraus resultierenden Sturz zugezogen hatte.

Trauer und Entsetzen

Als die Todesnachricht nur wenig später um die Welt ging waren Trauer und Entsetzen groß.

Rennfahrerkollegen, eh. Teammitglieder und letztlich die Fans trauerten um einen stets aufgeschlossenen, freundlichen und aufrichtigen Racer der sich im Rennzirkus großer Beliebtheit erfreute. Er war Teamkollege von so großen Fahrern wie Valentino Rossi, Casey Stoner oder Dani Pedrosa die allesamt in größtem Respekt von ihm sprachen.

Nickolas Patrick Nicky Hayden begann seine Rennfahrerkarriere als der mittlere von drei Brüdern die es alle zum Motorradrennsport zog. Der älteste der drei Hayden-Brüder, Tommy, fuhr zu seinen besten Zeiten von 2004 bis 2010 in der amerikanischen AMA Pro Racing Serie in den Klassen Supersport und Superbike. Sein größter Erfolg war 2004 der Gewinn der AMA Supersportmeisterschaft.

Nickys jüngerer Bruder Roger Lee Hayden

fuhr nach den USA typischen Dirt-Track-Rennen ebenfalls in der AMA und konnte dort den 2007 den Supersporttitel gewinnen. Als Gaststarter in der MotoGP war Roger Lee bei 3 Rennen in 2007 (1) bzw. 2010 (2) im Grid neben Nicky zu sehen. 2010 absolvierte er eine komplette Saison in der Superbike-Weltmeisterschaft ohne dabei die ganz großen Erfolge einfahren zu können.

Nicky durchlief wie seine Brüder auch die Dirt-Trackszene in den USA bevor er der US- Superbike-Serie seine ersten großen Erfolge erreichen konnte. Schon sehr früh zeigte sich dass Nicky wohl der schnellste und talentierteste der 3 Hayden Brüder war. Im Rahmen der Springfield TT, einem Dirt-Track-Rennen auf dem Flat Track in Illinois, belegten die Haydens alle 3 Plätze auf dem Podest – mit Nicky als Sieger!

Der Gewinn dieser AMA Superbike Meisterschaft 2002

sowie der Erfolg im prestigeträchtigen Daytona 200 Rennen im gleichen Jahr brachten Nicky Hayden für das folgende Jahr ins MotoGP Honda Werksteam an die Seite von Valentino Rossi.

Sechs Jahre war dieses Team seine sportliche Heimat die im Jahr 2006 mit dem Gewinn der Motorradweltmeisterschaft ihren Höhepunkt fand. 2009 folgte dann der Wechsel ins Ducati Werksteam dem er weitere 5 Jahre die Treue hielt.

An der Seite von Casey Stoner, Valentino Rossi der ebenfalls von Honda zu Ducati wechselte und Andrea Dovizioso war Nicky Hayden immer gut für WM-Punkte und auch einige Podestplatzierungen, ein weiterer WM- Titel war für den Racer aus Owensboro in Kentucky jedoch nicht mehr möglich.

2014

verlor Hayden seinen Werksfahrer Status und ging mit einer Honda RCV 1000R im privat finanzierten Team Aspar Racing in der Motorrad-WM an den Start.

2015

wurde dann sein letztes Jahr in der MotoGP als Dauerstarter, seine Zukunft sah der Kentucky Kid für 2016 in der Superbike WM. Dort fuhr er an der Seite von Michael van der Mark eine Honda CBR 1000RR mit der er einen Sieg in Sepang sowie den 5. Rang in der WM-Gesamtwertung erzielen konnte.

2017

war Stefan Bradl der Teamkollege von Nicky Hayden im neu gegründeten Red Bull Honda World Superbike Team. Mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet erwies sich das Motorrad jedoch nicht sonderlich konkurrenzfähig, bei den 5 Rennen mit insgesamt 10 Läufen die Hayden in dieser Saison noch absolvierte war ein 7. Platz in Thailand die beste Platzierung die er mit der Honda erreichen konnte.

Am 14. Mai ging stand Nicky Hayden ein letzte Mal in der Startaufstellung zu einem Motorradrennen. Im Autodromo Enzo und Dino Ferrari in Imola belegte er mit seiner Red Bull Honda Rang 12.
Drei Tage später startete Hayden mit seinen Trainingskollegen zu der verhängnisvollen Radtour in der Nähe der Rennstrecke von Misano nahe Rimini.

Der Mann, der seine gesamte Rennfahrerkarriere mit der Startnummer 69 bestritt – Ausnahme 2007, da trug seine Honda die Nummer 1 des Weltmeisters – brachte es auf:

  • 218 Starts in der MotoGP mit 3 Siegen und 28 Podestplätzen
  • 38 Starts in der Superbike- WM mit 1 Sieg und 4 Podestplätze
  • 3 Jahre AMA Superbikemeisterschaft mit 17 Siegen und 13 Podestplätze
  • 1 Jahr in der AMA Supersport bzw. Superstockklasse mit 6 Siegen und 5 Podestplätze

Mit dieser Eindrucksvollen Bilanz hat sich Nicky Hayden für immer in die Erfolgsstatistik des Motorradrennports eingetragen. 2015 wurde er nach Beendigung seiner MotoGP Karriere in die MotoGP World Championship Hall of Fame aufgenommen und steht damit in einer Reihe mit so erlauchten Namen wie Giacomo Agostini, Mike Hailwood, Kevin Schwatz oder Mick Doohan.

Wurde ihm diese Ehrung noch zu Lebzeiten angetragen wurde ihm eine ganz besondere Ehrung erst nach seinem Tod zuteil – die Starnummer 69, mit der Nicky Hayden über 18 Jahre lang an den Start ging, wird im Rahmen der MotoGP nie mehr vergeben werden.

Autor: Hartmut Reuschel, web: nickyhayden.com

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Markus Schneider
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