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Entscheidung in der Motorrad- WM gefallen!

2020 - Weltmeister Joan Mir auf Suzuki. (Foto: moto-foto)
2020 - Weltmeister Joan Mir auf Suzuki. (Foto: moto-foto)

Der zweite Motorrad Grand-Prix innerhalb einer Woche in Valencia sollte die Entscheidung um den Titel in der Königsklasse, der MotoGP bringen. Mit Joan Mir und Alex Rins, beide auf Suzuki, sowie Fabio Quartararo/Yamaha standen die drei Kanditaten mit den besten Chancen bereit.

Dazu gab es die üblichen Rahmenbedingungen die in dieser so anderen Coronasaison das Geschehen im Umfeld bestimmten. Leere Tribünen und damit große Tristesse rund um die Strecke, ein abermals verletzungsbedingt abwesender Weltmeister Marc Marquez der wieder durch Stefan Bradl vertreten wurde sowie Corona Tests die im Vorfeld für große Unruhe und Unsicherheiten sorgten.

Valentino Rossi war davon (wieder) betroffen, stand sein Start für Valencia 2 doch auf der Kippe und wurde erst in letzter Minute durch einen weiteren, negativen Coronatest möglich.

WM–Favoriten mit schwachem Zeittraining

Das Qualifikationstraining am Samstagnachmittag wurde durch leichte Regenschauer zu einem echten Pokerspiel. Wer erwischt eine trockene Runde, wer leidet unter den feuchten Bedingungen und wer bringt sich für den Rennsonntag in eine gute Ausgangsposition.

Gelitten hat am meisten Alex Marquez der einen furchterregenden Abflug von seiner Honda erleben musste und vom vorletzten Startplatz aus das Rennen am Sonntag in Angriff nahm. Leiden mussten aber auch die drei WM-Anwärter Mir, Rins und Quartararo, belegten sie doch im Abschlusstraining lediglich die Plätze 12, 14 und 11 und standen somit nur in den Startreihen vier und fünf für das Rennen.

Startreihe ein zeigte die derzeit herrschende Markenvielfalt in der MotoGP. Polesetter Franco Morbidelli pilotiert eine Yamaha M1, sein Nebenmann Jack Miller eine Ducati GP20 und der dritte Mann in Reihe eins, Takaagi Nakagami sitzt auf einer Honda RC 213V.

Nimmt man noch Pol Espargaro /KTM auf Startplatz fünf und und dessen Bruder Aleix Espargaro /Aprilia auf Startplatz 7 dazu sind bis auf die so erfolgsverwöhnten Suzukis GSX-RR alle Fabrikate der MotoGP innerhalb der 7 besten Startplätze vertreten. Mehr Ausgeglichenheit hat es bislang selten in der Motorrad-WM gegeben.

Joan Mir wird auf Suzuki MotoGP-Weltmeister im Jubiläumsjahr

Noch bevor sich die 21 MotoGP-Piloten auf die 27 Runden Distanz machten blickte der ein oder anderer im Fahrerlager nochmals auf den Saisonstart zurück. Bei dieser Rückschau wurden neben Marc Marquez einige Namen und Fabrikate genannt die das Zeug zum WM-Titel hätten – Suzuki und Joan Mir waren jedoch nicht dabei. Doch ausgerechnet das neben Aprilia kleinste Team im MotoGP Paddock hat effizient und zielgerichtet gearbeitet und in einer schwierigen Saison verdient und bravourös mit Joan Mir den Fahrertitel und mit der Kombination Mir/Rins den Markentitel gewonnen.

Dafür reichte den beiden Suzuki-Piloten Rang 5 von Alex Rins und Platz 7 von Joan Mir. Unterstützung, wenn auch unfreiwillig bekamen, sie von Fabio Quartararo der in Runde 9 stürzte und alle WM-Hoffnungen begraben musste. Ganz vorn um den Tagessieg beim Grand Premio Motul de la Comunitat Valenciana – so der offizielle Titel des Rennens – kämpften Franco Morbidelli/Yamaha und Jack Miller/Ducati. KTM Fahrer Pol Espargaro lag über die gesamte Renndistanz auf einem sicheren dritten Platz, konnte aber in den Kampf um den Sieg nicht eingreifen. Doch auch dieser 3. Platz zeigt zusammen mit Brad Binder/5. und Miguel Oilveira/6. dass KTM den Anschluss an die Weltspitze im Motorrad Grand-Prix-Sport hergestellt hat.

Der Ausgang um den Tagessieg war dann denkbar knapp. Nachdem Morbidelli über 25 Runden lang mit Zeitweise über 1 Sekunde vor der Konkurrenz in Führung lag schmolz sein Vorsprung in den beiden Schlussrunden dramatisch. Jack Miller konnte dann eingangs der letzten Runde seine Ducati erstmals an die Spitze setzen, wurde jedoch in der folgenden Kurve von Morbidelli wieder überholt.

Noch 3 Mal tauschten die beiden Kontrahenten in dieser Schlussrunde ihre Positionen ehe die Yamaha M1 vom Team Petronas STR mit 0,093 Sekunden Vorsprung vor der Pramac Ducati GP20 die Ziellinie überqueren konnte. Der ganz große Suzuki-Jubel brach dann allerdings weitere 8,729 Sekunden später aus als der neue Weltmeister Joan Mir auf der blau-silber lackierten GSX-RR die karierten Flagge nahm – Gewinn der MotoGP-Weltmeisterschaft 100 Jahre nachdem Michio Suzuki das Unternehmen im Jahr 1909 gegründet hatte und mit der Herstellung von Webstühlen ins Industriezeitalter startete!

Autor: Hartmut Reuschel, web: motogp.com/de

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Markus Schneider
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