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Coronapause auf der Käshofer Straße – 47. Homburger Bergrennen auf 2021 verschoben

Coronapause auf der Käshofer Straße – 47. Homburger Bergrennen auf 2021 verschoben. (Foto: Thomas Bubel)
Coronapause auf der Käshofer Straße – 47. Homburger Bergrennen auf 2021 
verschoben. (Foto: Thomas Bubel)

Eine nie dagewesene Welle an Veranstaltungsabsagen im Automobil-Bergrennsport rollt weiter durch die Republik. Nun hat sich auch der Homburger Automobilclub zu Wort gemeldet und sieht sich außer Stande sein Bergrennen etatmäßig vom 10.-12. Juli 2020 auszurichten.

Seit Wochen werden nach und nach immer mehr Bergrennen in der Deutschen Meisterschaft von den ausrichtenden Clubs abgesagt. Eigentlich sollte am kommenden Wochenende die Saison mit dem Bergpreis Schottenring im hessischen Vogelsbergkreis beginnen.

Das seit 1974

ununterbrochen stattfindende Homburger ADAC Bergrennen, kommt in diesem Sommer nicht zustande. Dies ist die Quintessenz einer Telefonkonferenz der Organisationsleitung vom vergangen Sonntag.

„Wir haben lange gehofft, doch jetzt ist die Zeit gekommen, unser beliebtes Rennsportereignis 2020 abzusagen“, erklärt Organisationsleiter Sascha Ressmann vom veranstaltenden Homburger Automobilclub.

„Die durch die Corona-Pandemie erforderlichen Einschränkungen machen eine für alle Beteiligten gefahrlose und unbeschwerte Austragung des Bergrennens Mitte Juli unmöglich. Dazu kommt, dass nicht abzusehen ist, ob unsere Teilnehmer und Gäste aus ganz Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz überhaupt zu uns kommen könnten.

Uns sind die Hände gebunden.

Die Absage trifft uns hart aber nicht unvorbereitet, ist aber in der aktuellen Lage die richtige Entscheidung.“

Vom 10.-12. Juli 2020 sollte in der Saarpfalz zwischen dem saarländischen Homburg und dem westpfälzischen Käshofen die 47. Ausgabe des weithin bekannten Bergrennens stattfinden.

Doch der Wertungslauf zur Deutschen und Luxemburger Bergmeisterschaft, zum KW Berg-Cup und weiteren Prädikaten wird seine Tore frühestens Mitte Juli 2021 wieder öffnen. „Eine Verschiebung unserer reinen Outdoor-Veranstaltung in den Herbst ist keine Option, da wir für einen erfolgreichen Ablauf auch auf ein ordentliches Sommerwetter angewiesen sind“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas Herl.

„Des Weiteren befindet sich das Veranstaltungsgelände mitten im Wald, wir müssten im Herbst mit Laubfall rechnen sodass die Rennstrecke und Zuschauerwege rutschig werden. Wir bündeln nun unsere Kräfte und werden zeitig mit den Vorbereitungen für das Jahr 2021 beginnen“.

Langstreckenweltmeister und Le Mans-Sieger

Timo Bernhard, von Kindesbeinen an Mitglied des Homburger Automobilclubs, steht auch weiterhin hinter seinem Heimrennen. „Wichtig ist, dass es das Rennen in 2021 wieder gibt. Wenn es mir irgend möglich ist, bin ich am Start!“.

Der vom Profisport zurückgetretene Porsche-Werksfahrer und GT-Masters Team-Eigner hatte seine Teilnahme am diesjährigen Bergrennen bereits frühzeitig zugesichert und plante erstmals am Karlsberg mit dem „Dickschiff“ Porsche GT3-R aus dem GT-Masters Modelljahr 2018 zu fahren.

Weiter visierte er eine Teilnahme innerhalb des deutschen National Teams beim FiA Hill Climb Masters im Oktober in Portugal an, das mittlerweile ebenfalls um ein Jahr verschoben wurde.

Eine Berufung in dieses Team hatte sich auch der Homburger Rennfahrer Kai Neu, fünftplatzierter der Berg DM 2019, zum Ziel gesetzt.

Für die insgesamt rund 180 Helfer

in der Organisation bedeutet dies ein Sommer ohne Bergrennen, ohne die bunten Rennsportwagen, ohne kernigen Motorensound und die familiäre Betriebsamkeit im Fahrerlager am Stumpfen Gipfel.

So manch ein Funktionär ist seit Jahrzehnten alljährlich mehrere Tage oder sogar Wochen im Einsatz. HAC-Pressesprecher Thomas Bubel verfügt über die längste Erfahrung im Vorstand. „Seit meinem 18. Lebensjahr im Jahr 1984 hatte ich ohne Unterbrechung eine Funktion beim Bergrennen inne.

Zunächst als Sportwart und Streckenposten, dann als Vereinsfotograf und bis heute Pressesprecher und Verantwortlicher für das Fahrerlager.

Ähnlich lange ist Rennleiter Jürgen Guckert im „Geschäft“. In den 1980er Jahren war der Mann aus Kirkel aktiver Hobbyrennfahrer am Berg, zwischenzeitlich kümmerte er sich lange Jahre um den Betrieb der Verpflegungsstände entlang der Käshofer Straße, bis er zum stellvertretenden Rennleiter und ersten Rennleiter aufstieg.

„Normalerweise müssen unserer Frauen und Kinder in jedem Sommer auf den Ehemann und Vater runde drei Wochen verzichten“, sagt der neue zweite Vorsitzende Andreas Schumacher. „Wenigsten die freuen sich jetzt“, so der Käshofer mit einem Augenzwinkern.

Die Homburger Automobil- und Rennsport Enthusiasten sind nicht die Einzigen, die nach Jahrzehnten der Kontinuität erstmals ihre Veranstaltung ausfallen lassen müssen. Schon vor Wochen begann Serie der Abmeldungen, die beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB) eingingen.

Betroffen sind: Schotten in Hessen, Eschdorf in Luxemburg, Wolsfeld bei Bitburg, das Glasbachrennen in Thüringen und zuletzt das Ibergrennen von Heiligenstadt, das Hauenstein-Rennen in der Rhön und nun auch der saarpfälzische Motorsportklassiker auf der Käshofer Straße.

In die Zeitspanne des bundesweiten Verbots von Großveranstaltungen fällt auch das Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen am ersten August-Wochenende. In diesem Fall haben die Verantwortlichen noch nicht alle Hoffnung verloren und sind in Gesprächen mit den zuständigen Behörden.

Ob in diesem Jahr überhaupt eine Deutsche Berg-Meisterschaftswertung zustande kommt, ist mehr als fraglich. Seit der Einführung dieser Rennserie im Jahr 1959 wurden bislang alljährlich die Meister in dieser altehrwürdigen Motorsportdisziplin gekürt.

Im Moment werden nur noch vier, respektive drei Events, im arg gelichteten Rennsportkalender 2020 gelistet. Dies sind die Bergrennen im unterfränkischen Eichenbühl, in St. Agatha in Oberösterreich und das Finale von Mickhausen im bayrischen Schwabenland. Ein Blick in Zukunft, wenn er auch nur bis in den Herbst, gleicht dem Schauen in die vielzitierte Glaskugel.

Autor: Thomas Bubel, web: homburger-bergrennen.de

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Markus Schneider
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