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Bol d´Or – Langstreckenweltmeisterschaft 2019/2020

Lange musste Suzuki auf einen Sieg warten, beim Bol d´Or war es wieder einmal soweit. (Foto: moto-foto)
Lange musste Suzuki auf einen Sieg warten, beim Bol d´Or 
war es wieder einmal soweit. (Foto: moto-foto)

Chaos bei der Saisoneröffnung der Langstrecken-WM 2019/2020

Der Bol d´Or – wörtlich übersetzt „ goldene Schüssel „ – ist das Rennen mit dem größten Prestige im Rahmen der EWC , der Endurance World Championship. Der Austragungsort auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich verspricht nicht nur tollen Motorsport, auch der Spätsommer an der Küste von Marseilles zieht immer wieder weit über 100.000 Zuschauer an. Doch in diesem Jahr war leider vieles anderes als in den Jahren zuvor. Sintflutartige Regenfälle, ein Massencrash dem das Führungstrio zu Opfer fiel, ein Brand von 3 Motorrädern mitsamt den Reifenstapeln in der Auslaufzone sorgten dafür dass die ursprüngliche Distanz von 24 Stunden bis auf die Hälfte zusammenschrumpfte.

Der Start am Samstagmittag um 15:00 Uhr war noch planmäßig, wenn auch schon unter nassen Bedingungen. Sofort setzten sich die Favoriten vom Feld ab.

Das Weltmeisterteam SRC mit der Kawasaki ZX-R10, deren Vorgänger, die F.C.C. Mannschaft von Honda, das YART–Team aus Österreich, die französische SERT–Truppe mit ihrem neuen Teamchef Damien Saulnier sowie die beiden BMW- Teams Wojcik Racing und BMW World Endurance Team kämpften nicht nur um die Spitze, auch der immer stärker werdende Regen setzten den Teams zu.

In der 3. Rennstunde gab es auf Grund schlechter Sicht und Aquaplaning eine Reihe von Stürzen die die Rennleitung veranlassten das Rennen zunächst mit der roten Flagge zu unterbrechen. Stündlich trafen sich die Rennkommissare um die (Wetter)-Lage neu zu beratschlagen ehe dann um 21:00 Uhr die Entscheidung getroffen wurde das Rennen bis Sonntagmorgen 06:00 Uhr zu unterbrechen.

Pünktlich um 06:00 Uhr

gingen dann am frühen Sonntagmorgen 52 der ursprünglich 56 genannten Teams wieder an den Start und brausten bei vollkommener Dunkelheit, jedoch trockener Strecke hinter dem Pace-Car auf die Piste.

Nach Freigabe des Rennens dann das gleiche Bild wie schon am Samstagnachmittag, allerdings waren Masakazu/Hook/Foray von F.C.C. mit ihrer CBR 1000R und die YART- Truppe mit Baz/Fritz und Canepa derart schnell unterwegs dass der Rest Runde um Runde im Sekundentakt zurückfiel.

Ein Drama wie es fast schon typisch für den Langestreckensport ist spielte sich dann um 09:00 morgens ab. Die SRC Kawasaki mit Guarnoni/Checa/Nigon – amtierende Weltmeister und ausgesprochene Spezialisten für 24 Stundenrennen – kamen an 3. Stelle liegend zu Sturz. Die Maschine schlug in die Reifen der Streckenbegrenzung ein und fing sofort Feuer.

Das gleiche passierte Sekundenbruchteile später der zweitplatzierten YART-Truppe. Beide Maschinen, die YART-Yamaha YZF-R1 und die Kawa wurden komplett durch das Feuer zerstört. Als Auslöser stellte sich wenige Augenblicke später die F.C.C. – Mannschaft heraus deren Honda einen kapitalen Motorschaden hatte, Öl auf der Piste verteilte und somit für die unfreiwillige Rutschpartie von insgesamt 4 Motorrädern sorgte.

Somit waren die drei führenden Teams eliminiert

und sorgten dafür dass die SERT Mannschaft mit Philippe/Masson und Black ihre Suzuki GSX-R1000 in Führung bringen konnten. Mit 16 WM – Titeln ist die Mannschaft das erfolgreichste Team in der EWC.

Diese geballte Ladung an Routine und Erfahrung sorgte dafür dass SERT die letzten 6 Stunden des Rennens gekonnt und souverän abspulte und ohne jegliches Risiko die restliche Distanz zurücklegte um als vielumjubelter Sieger um 15:00 Uhr über die Ziellinie zu fahren.

Die Angriffe der auf den Plätzen liegenden BMW-Teams zu denen sich gegen Rennschluss noch die ERC Endurance Mannschaft aus Karlsruhe gesellte konnte abgewehrt werden. Über 2 Jahre lang hat die erfolgsverwöhnte Multiweltmeistertruppe nicht mehr gewinnen können, ausgerechnet beim chaotischsten Bol d´Or aller Zeiten konnte der Bann gebrochen werden. Suzuki auf eins, allerdings zeigen drei BMW S1000RR auf den nachfolgenden Plätzen wie stark die Maschinen aus München mittlerweile geworden sind und lassen die Weiß-Blauen hoffnungsvoll in die EWC–Zukunft blicken.

Autor: Hartmut Reuschel, web: boldor.com

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Markus Schneider
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