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„Bei Gefahrenabwehr tritt Kinderschutz in den Hintergrund“

Zwischentreffen im Rahmen des Kinderschutzprojektes von LSB und regionalen Sportbünden in Mainz. (Foto: LSB)
Zwischentreffen im Rahmen des Kinderschutzprojektes von 
LSB und regionalen Sportbünden in Mainz. (Foto: LSB)

Volle Hütte beim Zwischentreffen im Rahmen des Kinderschutzprojektes „Wir schauen hin – Keine Chance für sexualisierte Gewalt“ an diesem Samstag in Mainz: Sinn und Zweck war es, den Projektteilnehmern im Haus des Landessportbundes die Möglichkeit zu geben, sich über Probleme, notwendige Hilfestellungen und Erfolge auszutauschen. In Kurzvorträgen zu „Datenschutz versus Kinderschutz“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ griff das Treffen zwei Themen auf, die sich aus der Auftaktveranstaltung vor sieben Monaten heraus ergeben haben.

In den Räumlichkeiten des Mombacher Turnvereins

war am 30. März der Startschuss für das Projekt gefallen. Damals waren den Vereinsvertretern in einer Schulung von Meike Schröer praktische Infos zum Aufbau eines Präventionskonzeptes vermittelt worden. „Zahlreiche Vereine und Verbände befinden sich bereits in der Umsetzungsphase und verankern die Ratschläge nun in ihren eigenen Strukturen“, freute sich Oliver Kalb, beim LSB Abteilungsleiter für Gesellschaftspolitik und Leiter des Projekts.

Rege tauschten sich die 30 Projektteilnehmer darüber aus, welche Kinderschutzmaßnahmen die Vereine und Verbände in ihren eigenen Strukturen bereits umgesetzt wurden.

„Wenn ihr die Vision habt, Kinderschutz an die Basis in eurem Verein zu bringen, dann wird das auch klappen“, schärfte Claus Rosenberg,

Sportredakteur bei der Allgemeinen Zeitung in Alzey, den Plenum ein. „Die Frage ist nicht, ob wir Öffentlichkeitsarbeit betreiben, sondern ob uns bewusst ist, wie wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und ob das unserem Anspruch entspricht.“ Dies bedeute, dass man einen Standpunkt benötige, wie man sich in Sachen Kinder- und Jugendschutz positionieren wolle.

Fazit des erfahrenen Profis von der VRM: „Am wichtigsten ist für mich in der Öffentlichkeitsarbeit, dass ihr das vorlebt, wofür ihr stehen wollt.“

Laut Susanne Weber,

Ansprechpartnerin für die Vereine aus dem Rheinland, sind insgesamt 31 Projekte am Start, von denen sich 23 an einer Evaluation der Fachhochschule Remagen beteiligt hätten. „16 haben das Thema bereits vor dem Projekt schon einmal in ihrem Verein aufgegriffen“, so Weber.

„Zwölf haben das Projekt bisher gegenüber ihren Mitgliedern aktiv kommuniziert.“ Wichtig sei, das Thema im Verein offensiv zu kommunizieren – um die Akzeptanz für das Projekt zu erhalten. Erfreulich sei, dass sich etliche Vereine mehr vorgenommen hätten, als eigentlich gefordert sei.

Auch der Ehrenkodex sei gut umgesetzt und das erweiterte Führungszeugnis bereits angegangen worden. „Selbstbehauptungskurse sollten das normale Training auf keine Fall ersetzen“, betonte die Geschäftsführerin der Sportjugend Rheinland. „Sie sind zusätzliche Angebote von Profis.“ Alternativen seien Spiele, die das Selbstbewusstsein förderten.

Wie Weber ankündigte, startet die zweite Evaluationsphase Ende November. Ziel sei es herauszufinden, welche Bausteine praxistauglich und welche Hilfestellungen für die Implementierung in Vereinen und Verbänden notwendig sind. „Bei der Gefahrenabwehr tritt der Kinderschutz in den Hintergrund“, resümierte Weber.

„Im Falle eines Falles hat der Kinderschutz Vorrang – ansonsten müssen wir den Datenschutz beachten.“ Die Fachfrau wörtlich: „Wenn ihr gut mit euren Übungsleitern und Mitgliedern könnt, dann ist der Datenschutz eh nie ein Problem.“ In einem Verdachtsfall sei es stets ratsam, Gesprächsprotokolle und Vermutungstagebücher zu führen sowie Vorstandsbeschlüsse zu fassen und zu protokollieren. Sei ein Verdachtsfall bestätigt, könnten die Dokumente von den Ermittlungsbehörden angefordert werden – und seien dann auszuhändigen.

Jugendamt und Polizei müssten Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung nachgehen.

Autor: Michael Heinze, web: lsb-rlp.de

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Markus Schneider
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