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Auftakt der Endurance Weltmeisterschaft in le Mans / Frankreich

SERT Suzuki gewinnt das 24 Stundenrennen von le Mans. (Foto: Suzuki)
SERT Suzuki gewinnt das 24 Stundenrennen von le Mans. (Foto: Suzuki)

Epischer Zweikampf zwischen Yamaha und Suzuki

Die 44. Ausgabe der 24 Stunden von le Mans für Motorräder begann äußerst spektakulär. Startfahrer Karel Hanika brachte die Maschine auf der Pole Position, die YART-Yamaha, nicht gut vom Start weg und sortierte sich erst auf der 20. Stelle ein. Kaum hat sich die Yamaha mit der Startnummer 7 im Feld eingereiht kam es bereits in Kurve 3 (!) zum ersten Sturz in den 4 Maschinen verwickelt waren.

War diese erste durch diesen Unfall verursachte Gelblichtphase gearde vorbei kam Markus Reiterberger mit der Werksmaschine von BMW zu Sturz und musste die Box aufsuchen. Als die Piloten nach der ersten Rennstunde dann zum ersten planmässigen Tanken und Fahrerwechsel an die Box kamen, lag die Kawasaki vom Team Tati Beringer Racing in Front, gefolgt von der Yoshimura-SERT Suzuki und der YART-Yamaha.

Doch auch dieses Ranking hatte nicht allzu lange Bestand. Während die führende Kawasaki dem hohen Tempo mit einem Sturz Tribut zollen musste, entwickelte sich zwischen der Yoshimura-SERT Suzuki von Black / Simeon / Guintoli und der YART- Yamaha von Hanika / Fritz / Canepa ein Zweikampf der alle weitere Action auf der Strecke in den Schatten stellen sollte.

Stunde um Stunde kämpften die Piloten beider Teams Rad an Rad, wechselten unzählige Male die Führung und setzten sich zusammen immer weiter vom Feld ab. Das Duell der blauen Yamaha vom österreichischen YART-Team gegen die in ungewohnter Rotlackierung eingefärbte Suzuki von erfolgreichsten Team in der Endurance-WM, SERT, erinnerte oftmals mehr an einen Grand Prix über die Distanz von ca. 100 KM als ein Langstreckenrennen indem 3500 KM abgespult werden. Nach 8 Stunden, dem ersten Renndrittel des Marathons, führte die Suzuki mit wenigen Sekunden vor der Yamaha, auf Rang 3 lag das ehemalige Weltmeisterteam von F.C.C. Honda bereits 4 Runden zurück.

Einen starken 10 Platz belegte zu diesem Zeitpunkt die M1000RR von BMW mit den Piloten Reiterberger / Mykhalchyk / Fores die durch Sturz und Reparatur weit zurückgefallen waren und sich Stunde um Stunde nach vorne kämpften.

Vorentscheidung in der Nacht

Wie so oft fielen dann in der Nacht von le Mans die Vorentscheidungen die für den Ausgang des Rennens von Bedeutung waren. Am auffälligsten dabei der Ausfall der YART-Yamaha die zum wiederholten Mal ein Langstreckenrennen in aussichtsreicher Position auf Grund von technischen Problemen am Motor verloren geben mussten.

Marvin Fritz saß im Sattel der ZX-10R als nach 10 Stunden der Motor zu rauchen begann und die Maschine nach 356 Runden aus dem Rennen genommen werden musste. War die Enttäuschung bei Yamaha groß so waren ein paar Meter weiter in der Boxengasse bei Kawasaki nur freudige Gesichter zu sehen.

Das SRC ex- Weltmeisterteam mit Guarnoni / Nigon / Checa fuhr inzwischen auf Platz 4, das private Bolliger Team aus der Schweiz, seit Urzeiten im Langstreckensport aktiv, folgte einen Platz dahinter. Auch beim BMW Werksteam hellten sich die Mienen langsam auf. Zurückgefallen auf Platz 35 nach 2 Stunden fuhren sich Markus Reiterberger und seine Kollegen mittlerweile mit Platz 8 in die Top Ten. Eine weitere Vorentscheidung dann in den frühen Morgenstunden.

Die auf Rang 2 liegende Honda mit Hook / Takahashi / Di Meglio vom Team F.C.C. stand über eine halbe Stunde an der Box um einen Elektronikdefekt zu beheben, dadurch fiel die CBR 1000 RR auf Platz 6 zurück. Unbeeindruckt von all dem zog die Suzuki vom Multiweltmeisterteam SERT an der Spitze seine Bahnen und lag auch nach 16 Stunden souverän in Führung. Wie nach 8 Stunden wurden auch jetzt – wie bei 24 Stundenrennen in der Motorrad Langstrecke üblich – WM-Punkte für die ersten 10 Teams in der Gesamtwertung vergeben.

SERT fährt den Sieg nach Hause

Als im vergangenen Winter die Zusammenarbeit zwischen dem SERT Suzuki Team und Suzuki Edeltuner Yoshimura bekannt wurde ahnte die Konkurrenz nichts Gutes. Mit 16 WM-Titeln ist SERT bereits das erfolgreichste Team in der Endurance-WM, dazu noch das Know How von Yoshimura der in Japan und den USA Titelgewinne in diversen Superbike Meisterschaften vorzuweisen hat ließ die Konkurrenz aufhorchen.

Als die verbliebenen 35 von ursprünglich 47 gestarteten Teams am Sonntagvormittag in die letzte Rennstunde der 24 Stunden gingen wurde diese Vorahnung zur Tatsache. SERT ging ohne jegliche Probleme oder unnötigen Ausfallzeiten an der Box mit 4 Runden Vorsprung vor SRC Kawasaki und der Werks-BMW in das Finale und fuhr den Sieg sicher und souverän nach Hause.

Zweite wurde das SRC Kawasaki-Team unter der Leitung von Teamchef Gilles Stafler das ebenfalls von großen ausserplanmässigen Boxenstopps verschont blieb – vor der BMW, die es nach bravouröser Aufholjagd doch noch auf das Podest schafften. Stolze Vierte wurde das Team Bolliger aus der Schweiz die mit Bühn / Pellijeff / Jezek das beste Privatteam waren und wertvolle WM-Punkte einfahren konnte.

Ein weiteres deutsches Team fand in le Mans einen versöhnlichen Abschluss. Die Ducati Panigale mit Gines / Rossi / Masson vom Team ERC aus Karlsruhe erreichte nach 24 Stunden voller kleinerer technischer Probleme und damit verbundenen Standzeiten an der Box mit Platz 9 noch eine Top Ten Platzierung! Nach dem zweiten 24 Stundenrennen auf dem Bugatti Circuit von Le Mans ohne Zuschauer hoffen alle Beteiligten dass 2022 wieder Zuschauer auf den Tribünen und entlang der Strecke erlaubt sein werden um die unvergleichliche Endurance-Atmosphäre zu schaffen die le Mans zu etwas ganz Besonderem im Rennkalender machen.

Autor: Hartmiut Reuschel, web: fimewc.com

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Markus Schneider
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