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11. Lauf zur Motorradweltmeisterschaft am Red Bull Ring in Österreich

Sieger am Red Bull Ring - Andrea Dovizioso auf Ducati. (Foto: moto-foto)
Sieger am Red Bull Ring - Andrea Dovizioso auf Ducati. (Foto: moto-foto)

Der zweite Grand Prix innerhalb einer Woche hatte jede Menge Zündstoff. Am Red Bull Ring In der Steiermark wurde nicht nur auf der Strecke gekämpft, auch neben und hintern den Kulissen war beim 11. Lauf zur Motorrad – WM allerhand geboten.

Kiefer Racing ohne Startplatz 2020

Da wäre zunächst das deutsche Team Kiefer Racing das völlig unvermittelt seinen Startplatz in der Moto2 für die nächste Saison verloren hat.

Eine entsprechende Mitteilung vom Veranstalter hatte Teamchef Jochen Kiefer bereits vor Wochenfrist erreicht. Völlig unverständlich für Insider und Fans, stellte doch Kiefer Racing 2011 mit Stefan Bradl den Weltmeister in der Moto2 und 2015 mit Danny Kent den Titelträger in der Moto3.

Da zudem das Team vom derzeitigen 28. der Moto2, Luka Tulovic, weder bei Lieferanten noch Dienstleistern mit Zahlungen in Rückstand ist kann dies nur schwer nachvollzogen werden.

Feuer im Fahrerlager

Laufen die Auseinandersetzungen von Kiefer Racing mit der DORNA eher im Hintergrund ab sorgte ein spektakulärer Unfall mitten im Fahrerlager für sehr viel Aufmerksamkeit. Bereits im Frühjahr wurde bei Testfahrten zum neuen ENEL MotoE- Weltcup ein komplettes Starterfeld an elektrisch betriebenen Rennmaschinen ein Raub der Flammen.

Beim nächtlichen Ladevorgang in einem eigens dafür errichteten Leichtbauzelt in Jerez / Spanien kam es zu einem Feuer auf Grund eines Defektes einer der Ladestationen. Nun kam es am Red Bull Ring zu einem neuerlichen Feuerunfall.

Die Maschine von Sachsenringsieger Niki Trulli wurde am Freitagmittag von Flammen stark in Mitleidenschaft gezogen als die dazugehörige Ladestation explodierte. Nach Angaben von Augenzeugen flogen dabei Teile über 100 Meter weit durch die Gegend.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen werden derzeit von den Verantwortlichen diskutiert um den jetzt schon angekratzten Ruf der MotoE nicht weiter zu beschädigen.

Marquez Trainingsschnellster

Von alldem unbeeindruckt sicherte sich der 6–fache Saisonsieger Marc Marquez beim Qualifikationstraining am Samstagmittag die Pole-Position vor Yamaha Pilot Fabio Quartararo und Andrea Dovizioso der seine Ducati 0,488 Sekunden langsamer als Marquez seine Repsol Honda um den Kurs trieb.

Stefan Bradl, einziger deutscher Vertreter in der MotoGP, belegte in der Quali nur den 21. und damit letzten Platz. Der Honda Testfahrer der den nach wie vor verletzten Stammpilot Jorge Lorenzo im Repsol Team vertritt hatte jedoch Pech.

Als die Konkurrenten zur entscheidenden Jagd um die besten Startplätze losbrausten musste Bradl mit einem Defekt an seiner Honda tatenlos zusehen und somit die rote Laterne kampflos übernehmen.

Red Bull Ring bleibt Ducati Land

Als Weltmeister Marquez vom Start weg in Führung schoss befürchteten viele dass der MotoGP wieder ein einseitiges Rennen mit wenig Spannung um den Sieg ins Haus stehen würde – doch weit gefehlt. Ein Verbremser des Spaniers verbunden mit dem Rückfall auf Rang 5 war für die Piloten – insbesondere Dovizioso und Quartararo – das Zeichen zum Angriff.

Ducati-Mann Dovizioso übernahm nach 5 Runden die Spitze und zusammen mit Marquez setzten sich beide Ausnahmekönner ein wenig vom Feld ab in dem vor allem Vinales auf seiner Yamaha die Pace machte. Während Altmeister Rossi Platz und Platz nach vorne fährt und Jack Miller seine Ducati im Kiesbett versenkt fahren Marquez und Dovizioso dem Feld bis auf 4 Sekunden davon.

Nach 21 Runden kommt es dann – wieder einmal – zum großen Showdown zwischen den beiden in der letzten Kurve (!). War es im letzten Jahr Hondapilot Marquez der seine Maschine an der Ducati vorbeizwengte , jedoch einen weiten Bogen fahren musste und von Dovizioso wieder überholt wurde, waren die Rollen diesmal vertauscht.

Der Italiener überholte seinen in Führung liegenden spanischen Kontrahenten, hielt seine Ducati aber auf der Ideallinie und bezwang seinen Widersacher hauchdünn.

Riesenjubel bei den Roten aus Bologna, aber auch Freude bei Yamaha über die Plätze 3,4 und 5 von Rookie Quartararo, Assen-Sieger Vinales und Mr. MotoGP Rossi. Stefan Bradl, als Letzter gestartet, fuhr ein beherztes Rennen und wurde mit Rang 13 und 3 WM-Punkten belohnt.

Autor: Hartmut Reuschel, web: www.motogp.com/de

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Markus Schneider
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