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Rallye Polen: FSTi-Führung verteidigt und ausgebaut

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Mit insgesamt 7 Ford Fiesta ST waren bei der Rallye Polen bisher die meisten Fahrzeuge in der FSTi am Start. Patrick Anglade sicherte sich souverän trotz einiger Probleme den Sieg und kann sich nun mit einem komfortablen Punktevorsprung auf die Rallye in Finnland vorbereiten.

 

Die schnellen und harten Strecken der Rallye Polen verlangten den Teams höchste Konzentration und vollen Einsatz ab. Für die seriennahen Fiesta ST waren viele Teilstücke eine große Herausforderung - vor allem nachdem starker Regen sie aufgeweicht und die allradangetriebenen Fahrzeuge tiefe Furchen hinterlassen hatten. Patrick Anglade und Co-Pilot Björn Röhm behielten trotzdem die Nerven und lieferten eine fast fehlerfreie Fahrt ab, die am Sonntag mit dem FSTi-Sieg und dem besten Gesamtrang einer Fiesta-Crew bei einem WRC-Lauf belohnt wurde.

 

Anglade war erleichtert im Ziel, schließlich hatte er am ersten Tag durch ein havariertes Fahrzeug, das die Strecke blockierte, zunächst 1:30 Minuten verloren. „Sowohl ich als auch Emre Yurdakul mussten warten, bis die Strecke wieder freigegeben wurde. Er verlor dadurch 30 Sekunden, wir aber 90. Von den Stewards wurde ihm und mir daraufhin eine halbe Minute gutgeschrieben. Unser Protest dagegen blieb aber ohne Konsequenzen, obwohl die Sachlage eigentlich eindeutig war“, so Anglade. Hinzu kamen am ersten Tag noch Motorprobleme am Fiesta, die zusätzlich Zeit kosteten und das deutsche Team auf Platz 2 zurückfallen ließen.

 

Das trübte die Motivation des Losheimers jedoch keinesfalls, was sich schon auf der ersten WP am Samstag als richtig herausstellte. Den führenden Türken überholte er in der zweiten Hälfte der WP und übernahm damit wieder die FSTi-Führung. Ein kleiner Ausritt warf ihn dann noch einmal kurzzeitig zurück, die Spitzenposition eroberte sich Anglade aber sogleich durch eine Bestzeit zurück. „Dadurch dass die Strecken so ausgefahren und schmierig sind, rutschten wir mit unserem vergleichsweise kleinen Auto von der Ideallinie und dann kann man nicht mehr viel ausrichten. Zum Glück war es nur ein normales Feld auf das wir rutschten, so dass wir schnell auf die Strecke zurückfahren konnten und nicht allzu viel Zeit verloren“, berichtet der Saarländer, der am Ende des zweiten Tages nicht nur die FSTi anführte, sondern auch Schnellster in der Klasse N3 war.

 

Mit einen Vorsprung von über 2:30 Minuten auf den Zweitplatzierten konnte Anglade beruhigt in den dritten Tag starten. Der Regen hatte über Nacht die Verhältnisse noch einmal verschärft und es war höchste Vorsicht geboten. Auf WP 17 hatte er zusätzlich noch eine Schrecksekunde zu verdauen: „Nach einem schnellen Asphaltabschnitt kam ein enger Abzweig auf Schotter. Die Kurve war jedoch so stark ausgefahren, dass unser Auto vollkommen aufsetzte und die Räder keinen Kontakt mehr zum Boden hatte, sodass unsere Lenkbewegung keine Reaktion bewirkte. Wir rutschten geradeaus nur knapp einen Meter von der Strecke. Da gerade dort ein kleiner Absatz war, mussten uns die Zuschauer zu Hilfe eilen und uns zurück auf die Strecke schieben“, erklärt der Pilot. Mit einem Zeitverlust von etwa 30 Sekunden beendeten er die Prüfung, blieb aber trotzdem mit über zwei Minuten in Führung.

 

Am Sonntag Abend freute sich die gesamte Crew über den Sieg und mit Gesamtrang 24 über die beste Platzierung eines Fiestas bei einem WM-Lauf. (kb)

 


Eingestellt am 30.06.2009 um 08:02 Uhr Von: Katharina Brüggmann