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Veränderungen und Nördlingen

Stand der Dinge bei den GISA LIONS SV Halle vor dem kommenden 16. Spieltag ist nüchtern betrachtet wie folgt: Tabellenplatz 12 und zwei verletzte Stammspielerinnen (Milan Quinn und Khadijah Shumpert) auf der Centerposition, die mindestens für zwei bis drei Spiele ausfallen. Das sind alles andere als gute Voraussetzungen für die dringend benötigten Siege im Kampf gegen den Abstieg. Dafür bleiben aber nur noch sieben Spieltage… Diese so kritische Situation insbesondere nach den Verletzungen am vergangenen Wochenende haben die Verantwortlichen bei den GISA LIONS zu weiteren Personalveränderungen gezwungen. Denn eines ist sicher, man möchte bis zum letzten Spieltag alles versuchen, um in der höchsten deutschen Spielklasse des Damenbasketballs zu verbleiben - für den Basketballstandort Halle und die Basketballentwicklung in der Region.

Nach der Trennung von Katarzyna Kiejdrowska und der Zusage von Nadja Prötzig, die das Team vor allem mit Erfahrung und Motivation unterstützen will, verstärken sich die LIONS weiter. Zur Überbrückung der Verletzungsausfälle und damit Unterstützung unter den Körben kommt von der zweiten Bundesligamannschaft der Rutronik Stars Keltern die 23- jährige Jasmine Smith. In 12 Spielen erzielte die Centerin 17,5 Punkte pro Partie und holte 12,2 Rebounds im Schnitt. „Nach den Verletzungen unserer beiden Starter auf der Innenposition standen wir „gefühlt“ vor dem Aus für diese Saison. Da kam uns ein Vorschlag aus Keltern zu Hilfe, indem wir mit Jasmine eine Ersatzspielerin verpflichten konnten, die bereits in Deutschland ist. Dass Tijana und Lena einen guten Job machen, bleibt unbestritten, aber ihnen jetzt die ganze Bürde aufzuerlegen wäre zu viel. So ist die Verpflichtung von Jasmine eine gute Lösung für uns und für die Verletzten bleibt die notwendige Zeit zur Regeneration“, so das Urteil von Coach Christian Steinwerth.

Die dritte neue Spielerin, die am Samstag im Team der LIONS steht, wird Cherise Daniel sein. Die 29-jährige ist ein sogenannter Combo-Guard (Das bedeutet, sie kann sowohl die Aufbau- als auch Flügelposition spielen. Anm. d. Redaktion). Daniel war bis vor kurzem in der ersten Liga auf Island aktiv. Bereits seit mehr als sieben Jahren spielt sie im europäischen Damenbasketball. Ihre Profilaufbahn begann in der 2. Damenbasketballbundesliga in Quakenbrück 2010/11, danach spielte sie für Chemnitz in der 1. DBBL (2011/12). Anschließende Stationen waren die ersten Ligen von Rumänien, Schweden und Ungarn. Daniel soll für mehr Korbgefahr von den Außenpositionen sorgen. „Die Verpflichtung von Cherise ist für uns ebenfalls ein kleiner Glücksfall. Sicherlich sind wir auf der Außenposition ordentlich besetzt, aber uns fehlt halt doch ohne die beiden Großen viel der Punktelast. Da soll Cherise mit ihrer Erfahrung und auch Abgeklärtheit Abhilfe schaffen. Sie ist fit, hat in Island die bisherige Saison bestritten und kann bei uns so hoffentlich reibungslos an ihren dort gefundenen Rhythmus anschließen.“, erläutert der Trainer.

Es waren in der Not also günstige Umstände für die GISA LIONS SV Halle, dass sie noch Spielerinnen mit diesen Fähigkeiten verpflichten konnten, denn sowohl der Spielermarkt als auch das Budget des Erstligisten ist zu diesem Zeitpunkt in der Saison sehr begrenzt. Außerdem endet in Deutschland am 31.01. die Wechselfrist, so dass den Verantwortlichen nicht lange Zeit blieb und die Entscheidungen zügig getroffen werden mussten:

„Die Tabellensituation und die Verletzungen erforderten nun doch noch eine zeitnahe Veränderung. Obwohl in den Spielen um den Jahreswechsel wieder Fortschritte in den Systemen erkennbar waren, führten diese nicht zu zählbaren Punkten. Die Suche nach geeigneten europäischen Nachverpflichtungen war nicht erfolgreich. Deshalb mussten wir uns dafür entscheiden, zwei weitere amerikanische Spielerinnen zu verpflichten mit dem Ziel, sowohl die Ausfälle von Khadija und Milan bei den kommenden wichtigen Spielen zu kompensieren und mit der europaerfahrenen Cherise Daniel den Klassenerhalt zu erreichen“, beschreibt Dr. Cornelia Demuth die schwierige Situation und die Entscheidungen der letzten Tage.

Zwei Tage hat Coach Christian Steinwerth nun Zeit das Team neu einzustellen und auf die Partie gegen den Tabellensechsten aus Nördlingen vorzubereiten. Die Gastmannschaft der TH Wohnbau Angels konnte am vergangenen Wochenende gegen die AXSEBasCats Heidelberg einen wichtigen Heimsieg holen und das ohne Ihre Spielführerin Jennifer Schlott, die pro Partie 14.9 Punkte, 3.6 Rebounds und 2.9 Assists beisteuert. Die Kreise von Schlott und auch von Toprebounderin der Liga, Kimberly PierreLouis, der mit 11.1 Rebounds und 18.0 Pkt. pro Spiel regelmäßig ein Double-Double gelingt, müssen die GISA LIONS SV Halle am Samstag versuchen einzuschränken, um eine Chance auf den nächsten Heimsieg zu wahren.

Wir hoffen auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung von Fans und Gästen der ERDGAS Sportarena, denn jetzt brauchen die Löwinnen diesen Rückhalt mehr denn je. Tipp-Off ist am Samstag, den 27.01.2018 um 18.00 Uhr.


Eingestellt am 26.01.2018 um 07:40 Uhr Von: Cornelia Demuth