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Ganz Stark! RÖMERSTROM Gladiators Trier ringen Tabellenführer nieder

Foto: RÖMERSTROM Gladiators

Die Arena Trier bebte. 3096 Zuschauer zollten den RÖMERSTROM Gladiators Trier am Mittwochabend Respekt für eine starke Leistung. Kurz zuvor hatten die Gladiatoren den bis zu diesem Zeitpunkt amtierenden Liga Primus aus Crailsheim mit 76:70 besiegt. Vor allem der starke Teambasketball war am Ende der Schlüssel zum Erfolg.

„Ich freue mich für meine Mannschaft. Wir sind glücklich, dass wir die stärkste Mannschaft der Liga geschlagen haben. Und das auch noch vor einer unglaublichen Kulisse", analysierte Triers Headcoach Marco van den Berg nach der Partie auf der Pressekonferenz. Vorher hatten die 3096 Zuschauer in der regulären Saison in der Arena Trier ein spannendes, hochklassiges Basketballspiel gesehen mit zwei Kontrahenten, die alles in die Waagschale warfen um das Spiel für sich zu entscheiden.

Für die RÖMERSTROM Gladiators sah es zu Beginn der Partie zunächst gar nicht gut aus. Schnell konnten sich die Zauberer aus Crailsheim mit 2:11 absetzen und zeigten dabei all ihre Stärken. Gutes Inside-Game über den starken Center Sherman Gay und tolle Züge zum Korb über einen der besten Point Guards der 2. Basketball-Bundesliga: Frank Turner. Für Crailsheim lief es, auch weil Trier vorne zu sorglos mit eigenen Chancen umging und in der Defensive keinen Zugriff fand. Nach fünf Minuten im ersten Viertel nahm Coach van den Berg folgerichtig die erste Auszeit. Ab dem Moment wurde es eine spannende Partie. Die Moselstädter waren nun plötzlich drin im Spiel. Fünf Punkte in Folge von Kapitän Simon Schmitz und ein gut aufgelegter Johannes Joos, der plötzlich seine Stärken im Post nutzte, sorgten dafür, dass die RÖMERSTROM Gladiators den Abstand stetig verkürzen konnten. Hinzu kam, dass die Merlins ihre Würfe nicht trafen. Ebenfalls einen großen Anteil daran, dass Trier mit einer knappen Führung in die Viertelpause ging, hatte Big Men Anton Shoutvin. Der Israeli zeigte sowohl seine Stärke von der Dreierlinie mit zwei getroffenen Distanzwürfen, als auch seinen guten Zug zum Korb. Insgesamt erzielte er 12 Punkte und traf 71 % seiner Würfe. Starke Quote für den Gladiator, der erst im Laufe der Hinrunde aufgrund einer Verletzung des etatmäßigen Centers Justin Alston an die Mosel gewechselt war. Im Verlaufe des ersten Viertels gelang es den Gladiatoren die Führung zu übernehmen. Mit einem knappen 18:15 ging es in die erste Pause. 

Im zweiten Viertel legten beide Teams an Intensität zu. Jeder Ball war hart umkämpft, die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun. In einer Phase, in der Crailsheim wieder stärker wurde, mussten sie sogar ein technisches Foul gegen RÖMERSTROM Gladiators-Coach Marco van den Berg aussprechen, der mit einer Entscheidung der Herren in Orange nicht einverstanden war. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war nun auch die Arena Trier voll da. Die Fans wurden immer lauter und pushten ihr Team nach vorne. Doch die Merlins zeigten weiter ihre ganze Klasse. Vor allem Center Sherman Gay wurde immer wieder schön von Point Guard Turner in Szene gesetzt und konnte so Punkt um Punkt sammeln. Am Ende standen 20 davon auf dem Statistikbogen für den Big Man der Gäste, der damit auch Top-Scorer der Partie wurde. Die Gladiatoren zeigten sich indes unbeeindruckt ob des neuen Offensivdrangs der Crailsheimer. Trier spielte weiter munter mit und kam grade durch das forcierte Spiel über die großen Positionen und gutes Pick and Roll zu wichtigen Punkten. Zur Pause führt Crailsheim zwar knapp mit einem 37:36 aus Sicht der Gäste, doch jeder in der Arena Trier merkte: „Heute Abend geht was".

Und so traten auch die Gladiatoren der Neuzeit auf dem Parkett auf. Angefeuert von der starken Kulisse boten die RÖMERSTROM Gladiators ein starkes drittes Viertel. Auch angetrieben von Routinier Jermaine Bucknor, der mit einem wichtigen Dreier nach der Pause eröffnete. Der Kanadier war immer wieder ein wichtiger Anker im Aufbauspiel der Gastgeber, brachte Ruhe ins Spiel, wenn es nötig war und traf gute Entscheidungen. Ebenfalls gut: Kyle Dranginis und Rupert Hennen. Während der Amerikaner vor allem durch präzise Pässe (7 Assists am Ende des Spiels) und schnellen Händen (2 Steals) glänzte, zeigte Hennen im Duell mit Turner sein großes Talent. Mit zwei wichtigen Floatern und gutem Ballhandling hatte er Anteil daran, dass Trier das Spiel nach der Halbzeit immer mehr in die Hand nahm. Zwar stemmte sich Konrad Wysocki für die Zauberer mit eingestreuten Dreiern dagegen, doch die RÖMERSTROM Gladiators hatten auf die Aktionen des Tabellenführers immer eine Antwort. Zielstrebig konnten sich die Moselstädter Punkte durch einfache und freie Layups erarbeiten und führten so vor dem entscheidenden Spielabschnitt verdient mit 56:49. 

Trier blieb auch am Anfang des letzten Viertels souverän, während bei den Zauberern zu Beginn nicht viel zusammen lief. Die Gladiatoren waren in der Offensive weiter erfolgreich und konnten Defensiv mit der eingesetzten Zonen-Verteidigung Crailsheim vor Probleme stellen. Gäste-Coach Toumas Iisalo nahm daher Mitte des Viertels beim Stande von 64:50 aus Sicht der Gastgeber ein wichtiges Timeout. Ab dem Zeitpunkt merkte man, dass die Partie noch nicht gelaufen war. Die Merlins legten einen 12:0 Lauf hin und waren somit wieder dran. Die Spannung war greifbar. Keinen in der Arena Trier hielt es noch auf den Sitzen. Das Publikum spürte, dass die Gladiatoren nun ihre Unterstützung benötigten. Auch, weil Chase Griffin 20 Sekunden vor Schluss einen Dreier der wilden Sorte zum 72:68-Anschluss versenkte. Doch die RÖMERSTROM Gladiators blieben Nervenstark, verwandelten ihre Freiwürfe sicher (sechs von sechs in der Schlussphase der Partie) und konnten so am Ende den wichtigen und nahezu sensationellen 76:70-Heimsieg gegen den Tabellenführer Crailsheim Merlins feiern.

Die RÖMERSTROM Gladiators Trier beenden damit die Serie der Merlins mit 12 Siegen in Folge, bauen ihrerseits die eigene Serie auf vier Siege in Folge aus und stehen weiterhin nun auf dem 8. Tabellenplatz, der gleichzeitig für die Qualifikation zu den Playoffs berechtigen würde. Die Gladiatoren haben nun ein wenig Zeit zu feiern, ehe es am 06. Januar zum Auswärtsspiel nach Ulm zur OrangeAcademy geht, bevor dann zwei absolute Top-Spiele in der Arena Trier anstehen. Zunächst kommt am 14. Januar 2018 mit RASTA Vechta ein BBL-Absteiger und Favorit auf den direkten Wiederaufstieg. Im Anschluss werden die Rheinstars Köln am 20. Januar zu Gast in der Arena Trier sein. „Wir haben heute bewiesen, dass wir jeden Gegner schlagen können, vor allem Zuhause mit so einem starken Publikum im Rücken", zeigt sich Coach van den Berg mit Blick auf die kommenden Aufgaben äußerst Selbstbewusst. 

Statistiken:

Kyle Dranginis (5), Kevin Smit (4), Jermaine Bucknor (11), Rupert Hennen (4), Lucien Schmikale, Simon Schmitz (11), Thomas Grün (4), Stefan Ilzhöfer (3), Johannes Joos (14), Robert Nortmann (8), Anton Shoutvin (12). 


Eingestellt am 29.12.2017 um 11:34 Uhr Von: Vincenzo Sarnelli