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Zukunft für die Jugend-Fußballvereine im Saarland leisten viel

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Zeit reden alle vom Umbau des Ludwigspark-Stadions. Natürlich hat auch der Saarländische Fußballverband – wie ich es bereits mehrfach öffentlich betont habe – ein Interesse daran, dass die infrastrukturellen Voraussetzungen im Saarland dafür geschaffen werden, um auch  höheren Ansprüchen gerecht zu werden; dies insbesondere deshalb, um jungen Talenten  im Saarland eine Perspektive bieten zu können. Der Verband hat sich aber auch darum zu kümmern, wie die Sportanlagen der vielen „kleinen Vereine“ und Gemeinden aussehen.

Überwiegend sind die Sportplätze und Außenanlagen im Saarland in einem guten Zustand, weil die Vereine vorwiegend in ehrenamtlicher Arbeit ihre Anlagen pflegen. Allerdings besteht zunehmend ein erhöhter Pflegebedarf. Dankenswerterweise unterstützt die Sportplanungskommission die Städte und Gemeinden und damit zumindest indirekt auch die Sport treibenden Vereine. Eigentlich kein Grund zum Jammern?

Problematisch ist jedoch die aktuelle Entwicklung. Die zum Teil dramatische Haushaltssituation der Kommunen führt dazu, dass sich die Gemeinden aus der Finanzierung der laufenden Kosten zur Unterhaltung der Sportanlagen zurückziehen und das nicht nur im Fußball. Die Experten rechnen mit jährlichen Unterhaltungskosten für Rasenplätze in Höhe von fast 30.000 Euro, für Tennisplätze von ca. 18.000 Euro und für Kunstrasenplätze in Höhe von 9.000 bis 14.000 Euro.

Die Sportplätze mit Nebenanlagen wurden vielerorts von den Gemeinden an die Vereine übertragen und anfangs auch bezuschusst. Diese Zuschüsse sind mittlerweile immer häufiger auf fast Null reduziert worden. Die Vereine sind so zu Bittstellern geworden, um finanziell überleben zu können. Insolvenzen oder auch die Aufgabe des Spielbetriebs können jedoch nicht im Interesse der Städte und Gemeinden sein, zumal sie über die Kreisumlage die Jugendhilfekosten tragen.

Im Saarländischen Fußballverband spielen aktuell 33.234 Kinder und Jugendliche Fußball, darunter 9.831 Jugendliche im kritischen Alter zwischen 14 und 18 Jahren.

Der Sozialdezernent des Landkreises St. Wendel und lizenzierte Fußballtrainer Benedikt Schäfer nennt dazu beeindruckende Zahlen: „Nach der aktuellen Fassung der integrierten Berichterstattung des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz über die Hilfen zur Erziehung im Saarland erhalten rund 4% der Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren eine Hilfe vom Jugendamt. Unterstellen wir nun eine präventive Wirkung unserer Vereine und gehen davon aus, dass auch ein kleiner Teil der Fußballer Jugendhilfe erhält, lässt sich folgende volkswirtschaftliche Berechnung aufstellen: wären 3% der Fußballer ohne die präventive Wirkung des Vereinssports auch auf Jugendhilfe angewiesen, so wären dies ca. 1000 Spielerinnen und Spieler. Ein Jugendhilfefall kostete den saarländischen Steuerzahler im Jahr 2015 rund 15.000,-- € in der Summe also 15 Millionen Euro“. Diese Zahlen müssen doch alarmieren.

Auch die Integrationsarbeit der Vereine ist für unsere Gesellschaft fast unbezahlbar. 58 Vereine des SFV sind vom Deutschen Fußball-Bund für vorbildliche Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet worden. In sehr vielen Vereinen werden Flüchtlinge wie selbstverständlich aufgenommen und gefördert. Der SFV hat seit Sommer 2015 für ausländische Mitbürger 967 Spielerpässe ausgestellt, davon  70 – 80% für Flüchtlinge.

Angesichts dieser Leistungen der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und  Helfer  im saarländischen Fußball hält der Saarländische Fußballverband als größter Sportfachverband des Landes eine angemessene Unterstützung der Vereine durch die Öffentliche Hand nicht nur für politisch opportun sondern auch für volkswirtschaftlich geboten. Zu erläuternden Gesprächen stehe ich mit meinen Kollegen im Vorstand des SFV jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Josef Schumann
Präsident des SFV


Eingestellt am 19.03.2017 um 16:35 Uhr Von: Harald Klyk